Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung / 450 Millionen Euro Ausgleichszahlungen statt Job-Angebote
ID: 1680817
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In den vergangenen zehn Jahren haben Firmen in Sachsen,
Sachsen-Anhalt und Thüringen rund 453 Millionen Euro sogenannter
Ausgleichsabgabe gezahlt, weil sie nicht ausreichend Menschen mit
Behinderung beschäftigen. Das geht aus einer MDR-Umfrage unter den
zuständigen Ministerien und Behörden hervor. In Sachsen wurden
demnach von Unternehmen zwischen 2008 und 2017 fast 222 Millionen
Euro abgeführt, in Sachsen-Anhalt etwa 135 Millionen Euro und in
Thüringen rund 96 Millionen Euro.
Um Nachteile behinderter Menschen im Arbeitsleben auszugleichen,
hat der Gesetzgeber eine Schwerbehindertenquote eingeführt.
Arbeitgeber mit 20 Mitarbeitern und mehr sind gesetzlich
verpflichtet, fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten
oder Gleichgestellten zu besetzen. Geschieht das nicht, muss ein
Ausgleich an die Integrationsämter gezahlt werden. Als
schwerbehindert gilt, wer mit einem Behinderungsgrad von 50 und mehr
beeinträchtigt ist. Anrechenbar sind auch auf Antrag gleichgestellte
Menschen mit einem Behinderungsgrad ab 30.
In Sachsen-Anhalt und Sachsen verfehlten die Unternehmen die
Fünf-Prozent-Quote mit 3,5 und 4,1 Prozent (Stand 2016). In beiden
Ländern sind die Arbeitgeber damit bundesweit die Schlusslichter, was
die Integration von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt
anbelangt. Thüringen rangiert mit 4,4 Prozent im Mittelfeld. 2016
beschäftigten in Sachsen 3.182 von 8.272 Betriebe mit 20 und mehr
Mitarbeitern ausreichend Menschen mit Behinderung, in Sachsen-Anhalt
2.690 von insgesamt 5.371 und in Thüringen 2.065 von 4.616.
Woran es liegt und wie betroffene Menschen damit umgehen, davon
erzählt die Reportage "Ziemlich hohe Hürden. Jobsuche mit Handicap"
am 16.12.2018, 08.00 Uhr im MDR-Fernsehen.
MDR selbstbestimmt! Die Reportage
https://www.mdr.de/selbstbestimmt/jobsuche-mit-handicap-100.html
Pressekontakt:
MDR, Anette Reiß, Tel.: (0341) 3 00 72 72
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