neues deutschland: Studie: Was bewegt die Gelbwesten?
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inzwischen 70 Soziologen und Politikwissenschaftlern auf Initiative
des Centre Émile Durkheim Sciences Po Bordeaux in Frankreich Gilets
Jaunes (Gelbwesten), um Motivationen, Forderungen, Erwartungen und
Lebensverhältnisse der Aktivisten zu erfassen. Wie die
Politikwissenschaftlerin Tinette Schnatterer vom Centre Émile
Durkheim, die diese Studie mit betreut, im Interview mit der in
Berlin erscheinenden überregionalen Tageszeitung "neues deutschland"
(Montagsausgabe) erklärt, sind die Forscher regelmäßig in
verschiedenen Teilen des Landes bei Demonstrationen und
Blockadeaktionen der Gilets Jaunes. Inzwischen liegen 500 Fragebögen
vor, die systematisch ausgewertet werden, während die Untersuchung
gleichzeitig fortgesetzt wird.
Zu den Ergebnissen der Auswertung von zunächst 166 Fragebögen,
deren Tendenz laut Schnatterer durch die weiteren Befragungen
bestätigt worden sei, gehört, dass es unter den Befragten, anders als
zunächst oft angenommen, ökologisches Bewusstsein gibt.
Herausgefunden haben die Forscher außerdem, dass Einwanderung kein
Thema ist, das die Gilets Jaunes mobilisiert und dass viele der
Befragten über die acht im November per Facebook bekannt gegebenen
"Sprecher" der Gilets Jaunes nicht informiert sind. Die meisten
zeigten sich erstaunt, dass es sie gibt und noch am 1. Dezember
wusste fast keiner der Befragten, welche Forderungen der von den
"Sprechern" veröffentlichte Katalog enthält.
Im Übrigen steht die Bewegung den Ergebnissen zufolge eher links
als rechts, wobei sich 33 Prozent als "weder rechts noch links"
bezeichnen. Die Forscher stellten zudem eine starke Präsenz
institutioneller Forderungen fest. Neben Forderungen nach höheren
Löhnen und Renten, Umverteilung und einer gerechteren Steuerpolitik
verlangen demnach viele Gelbwesten demokratische Reformen, wie die
Einführung von Referenden oder die Errichtung einer
Bürgerversammlung.
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Datum: 16.12.2018 - 11:37 Uhr
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