neues deutschland: Kommentar zum US-Rückzug aus Syrien: Scheinheilige Tränen
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und Verbündete düpiert. Die Ankündigung, die US-Soldaten aus Syrien
zurückzuziehen, die offiziell zur Unterstützung der Kurdenmilizen
eingesetzt sind, wird scharf kritisiert - vor allem als Verrat an den
Kurden, da scheinen sich Außenminister Heiko Maas mit den Grünen und
Berlin mit London und Paris einig.
Blickt man etwas genauer auf die Erklärungen, offenbart sich doch
ein ziemliches Maß Scheinheiligkeit. Dass Berlin und Paris nun ihr
Herzblut für die Kurden fließen lassen, liegt doch vornehmlich daran,
dass man, ähnlich wie bis jetzt die Nahost-Strategen des
US-Außenministeriums, in ihnen eine Plattform zum Aufmarsch gegen
Damaskus sah - und im weiteren auch gegen Moskau und Teheran. Ob das
den Intentionen der Kurden tatsächlich entsprach, steht dahin. Aber
wer wollte ihnen vorwerfen, dass sie mit den US-Amerikanern womöglich
die falschen Verbündeten wählten? Nur der, der sicher behaupten kann,
dass sie tatsächlich eine Wahl hatten in ihrer stets bedrängten
Situation.
Für Maas, Macron und May trifft dies weniger zu. Wenn sie jetzt
Krokodilstränen über den »Verrat« an den Kurden vergießen, weil die
Türken mit ihrem Vorgehen gegen die Kurden in Syrien deren
Lebensrecht missachten, sollte man sie fragen, wo ihr Aufbegehren
war, als Erdogan Türkisch-Kurdistan zerbombte und dessen gewählte
Vertreter ins Gefängnis warf. Da war und ist wenig Protest zu
vernehmen.
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Datum: 20.12.2018 - 18:08 Uhr
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