AG Tourismus - Umsatzsteuerermaessigung fuer die Hotellerie entwickelt sich zum Buerokratie-Monster
ID: 168287
AG Tourismus - Umsatzsteuerermaessigung fuer die Hotellerie entwickelt sich zum Buerokratie-Monster
Die Reduzierung der Umsatzsteuer fuer das Beherbergungsgewerbe entwickelt sich zu einem immer groesseren Buerokratie-Monster.
Das belegt der Bericht, den die Bundesregierung nun dazu im Tourismusausschuss des Bundestages gegeben hat. Nachdem unter dem Motto "Beredtes Schweigen" dem Ausschuss zunaechst nur ein sechs Zeilen umfassender "Bericht" vorgelegt wurde, erlaeuterte die Bundesregierung im Ausschuss nun die komplexe Problemlage. Umfangreiche Abstimmungen und unzaehlige Aenderungswuensche kommen aus den Laendern.
Ein schwerer Schlag droht der Branche der Reisebueros. Ihre Angebote an die Kunden sollen auf jeden Fall dem vollen Mehrwertsteuersatz unterliegen, auch wenn in ihnen klassische Hoteluebernachtungen enthalten sind. So wird es kuenftig fuer Touristinnen und Touristen billiger, Hotels einzeln im Internet zu buchen als ein Komplettangebot eines Reisebueros in Anspruch zu nehmen.
Das alles bedeutet nichts Gutes fuer die Tourismusbranche. Die Bundesregierung hat es mit dieser Einzelregelung versaeumt, mit einer grundsaetzlichen Mehrwertsteuervereinheitlichung Buerokratie abzubauen. Das Verwaltungswirrwarr treibt nun seine
Blueten: So soll kuenftig die Vermietung von Wohnmobilen unterschiedlich gehandhabt werden. Koennen die Wohnmobile noch fahren, zahlt man 19 Prozent, stehen sie jedoch nur herum, zahlt man nur sieben Prozent. Bei Wohnwagen muessen also nur die Raeder abgeschraubt werden, schon zahlt man fuer die Miete weniger Umsatzsteuer. Stundenhotels sollen eigentlich von der Ermaessigung ausgeschlossen werden. Mietet eine Prostituierte oder ein Prostituierter jedoch fuer seine Dienstleistung ein Hotelzimmer, zahlt er nur sieben Prozent fuer das Zimmer.
Die Bundesregierung offenbarte auch, dass viel mehr Einzelleistungen ausser dem bekannten Fruehstueck herausgerechnet werden muessen und dem vollen Mehrwertsteuersatz unterliegen sollen: Das soll fuer Mieten in Tagungsraeumen von Hotels, Befoerderungen im Schlafwagen, Wellness-Angebote und Sportangebote gelten.
Alles in allem bleibt es dabei: Die Mehrwertsteuerreduzierung entwickelt sich zu einem immer groesser werdenden buerokratischen Monster. Geschaeftsreisende, die mal davon traeumten, ihren Vorsteuerabzug auf einem Bierdeckel machen zu duerfen, brauchen allein fuer die Ausnahmetatbestaende bei der Mehrwertsteuer im Hotelgewerbe mindestens zehn Bierdeckel.
Die Kommunen, die unter Steuerausfaellen zu leiden haben, wehren sich nun mit ihren eigenen Mitteln und fordern neue Abgaben oder muessen Angebote wie Schwimmbaeder, Theater und Museen, die auch von Touristinnen und Touristen genutzt werden, schliessen. Das alles erinnert an eine Zeit zersplitterter Regelungen in Deutschland vor dem Deutschen Zollverein 1834.
URL: http://www.spdfraktion.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 04.03.2010 - 11:17 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 168287
Anzahl Zeichen: 3453
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 253 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"AG Tourismus - Umsatzsteuerermaessigung fuer die Hotellerie entwickelt sich zum Buerokratie-Monster"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
SPD-Bundestagsfraktion (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Am Weltkindertag erinnern wir daran: Kinder und Jugendliche brauchen Schutz, echte Chancen und Mitsprache. In Zeiten von Kriegen, Klimakrise, wirtschaftlichen Unsicherheiten und rasantem digitalem Wandel stehen viele junge Menschen unter großem Druck. Die SPD-Bundestagsfraktion steht an ihrer Seite
Gute Ausbildung ist die beste Fachkräftesicherung ...
Katrin Zschau, zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion: Am 19. September ist Tag des Handwerks. Die dazu von der BA veröffentlichten Zahlen zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt zeigen deutlich: Trotz leicht steigender Ausbildungszahlen reicht der Nachwuchs noch nicht aus. Die SPD-Fr
Öffentlich-rechtlichen Rundfunk reformieren, nicht zerschlagen ...
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss sich weiterentwickeln und effizienter werden. Eine Privatisierung des ZDF, wie sie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer vorschlägt, ist dafür jedoch der falsche Weg. Entscheidend ist jetzt, die von den Ländern vereinbarten Reformen konsequent umzusetzen und
Weitere Mitteilungen von SPD-Bundestagsfraktion
Umsatzsteuerstatistik 2008: 463 Unternehmen waren Umsatzmilliardäre ...
WIESBADEN - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Umsatzsteuerstatistik mitteilt, erzielten im Jahr 2008 insgesamt 463 Unternehmen in Deutschland Umsätze von mindestens einer Milliarde Euro. Das waren 14 mehr als 2007. Diese Umsatzmilliardäre kamen zusammen auf einen Wert der Lie
Die meisten Paare beziehen zeitweise gemeinsam Elterngeld ...
WIESBADEN - Im Jahr 2009 haben rund 86 200 Paare, bei denen sowohl der Vater als auch die Mutter im Laufe des Jahres Elterngeld erhalten haben, den Elterngeldbezug beendet. Mehr als die Hälfte dieser Paare (53%) haben laut Statistischem Bundesamt (Destatis) das Elterngeld zeitweise gemeinsam bezoge
Ausländische Bevölkerung geht 2009 um 32 800 Personen zurück ...
DEN - Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wies das Ausländerzentralregister (AZR) am Jahresende 2009 insgesamt rund 6,69 Millionen Personen in Deutschland nach, die ausschließlich eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen. Dabei waren Staatsbürger von 186 der insgesamt
Aktuelle Stunde 'Fall W. Weiteren Schaden für das Ansehen des Hessischen Staatsgerichtshofs abwenden' ...
"Die Mitglieder des Staatsgerichtshofs sollen nach dem Gesetz 'im öffentlichen Leben erfahrene Personen des allgemeinen Vertrauens und für das Amt eines Mitglieds des Staatsgerichtshofes besonders geeignet sein'. Diesem Maßstab wird das richterliche Mitglied des Staatsgerichtshofs




