NRZ: Wir brauchen verbale Abrüstung - ein Kommentar von JAN JESSEN
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Magnitz ist ein Angriff auf die Werte dieses Landes. Wer einen
Menschen niederknüppelt und schwer verletzt, spuckt auf das
Grundgesetz. Dieses Grundgesetz schützt die Menschenwürde und die
körperliche Unversehrtheit eines jeden Menschen, egal welche
politische Einstellung er hat, ob er Staatsbürger oder Flüchtling
ist. Der Angriff auf den AfD-Politiker ist Ausdruck einer Verrohung
im gesellschaftlichen Diskurs. Tätliche Angriffe auf Politikerinnen
und Politiker sind zwar kein neues Phänomen, man denke an die
Anschläge auf Wolfgang Schäuble oder Oskar Lafontaine. Aber seit
Beginn der sogenannten Flüchtlingskrise werden Debatten insbesondere
in den sozialen Netzwerken mit hasserfüllter Inbrunst geführt.
Gewaltphantasien und Morddrohungen fluten die Kommentarspalten. Es
gibt Menschen, die durch den Hass im Netz zu Verbrechen in der realen
Welt angestachelt werden. Frank Magnitz liegt jetzt im Krankenhaus
weil Schläger auf ihn losgegangen sind, die womöglich aus dem linken
Spektrum stammen. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker
entkam knapp dem Tod, nachdem sie ein rechter Messerstecher
attackierte. Parteibüros und Privathäuser von Politikern werden
beschmiert, beschädigt, besudelt. Auch Bundestagsabgeordnete bedienen
sich einer menschen- und systemverachtenden Sprache, nicht nur dort,
in allen anderen deutschen Parlamenten ist der Ton rauer,
unversöhnlicher geworden. Dazu trägt entscheidend die AfD selbst bei.
Die Gesellschaft muss dringend verbal abrüsten, auf allen Ebenen.
Sonst wird der Angriff von Bremen nicht der letzte gewesen sein.
Sonst wird es irgendwann Tote geben.
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Datum: 08.01.2019 - 17:51 Uhr
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