Rheinische Post: Kommentar /
Wertvolles Kleingeld
= VON GEORG WINTERS
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Zeitaufwand an der Kasse - die Argumente derer, die für die
Abschaffung von Euro-Kleinmünzen plädieren, sind auf den ersten Blick
ökonomisch nachvollziehbar. Ohne die ungeliebten Cent-Stücke muss man
aber auch konsequenterweise die Preise runden, und spätestens da
fühlt sich der Verbraucher leicht vom Händler über den Tisch gezogen.
Wer also die Abschaffung will und den Händler nicht unter
Generalverdacht stellen möchte, muss zumindest eine einheitliche
Regelung für die Euro-Zone fordern, nicht nur für Deutschland.
Gleichzeitig geht die Debatte in Teilen an der Wirklichkeit vorbei.
In Kleve am Niederrhein haben Händler vor drei Jahren bei einem Test
weder eine Verringerung des Bargeldbestandes festgestellt noch ihre
Kosten fürs Einzahlen von Münzen bei der Bank wesentlich verringern
können. Und es gibt ja auch Produkte (Brötchen beispielsweise), bei
denen die centgenaue Preiskalkulation ein Wettbewerbsargument ist.
Entzug von Kleinmünzen ist also auch Entzug von Freiheit.
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Datum: 11.01.2019 - 21:01 Uhr
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