Rheinische Post: Kommentar /
Nicht einlullen lassen von der Deutschen Bahn
= VON MAXIMILIAN PLÜCK
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Lobes, als er nach dem zweiten Krisentreffen mit dem Bahnmanagement
vor die wartende Hauptstadtpresse trat. Die ihm präsentierten
Maßnahmen seien ein guter Schritt, damit schnell und zügig
Verbesserungen erzielt werden könnten, sagte der Minister. Viele
Zuhörer trauten ihren Ohren nicht. Denn de facto enthielt der
FünfPunkte-Plan, den Bahnchef Richard Lutz nach seinem Rüffel vom
Dienstag für das spontan einberufene Treffen erarbeiten lies, nichts
wirklich Neues. Der Hinweis auf das neue Speisenangebot in den
Bordbistros wirkte geradezu putzig, wenn man die wahren Gründe für
den Unmut der Bahn-Vielfahrer bedenkt. Nicht Gulaschsuppe, sondern
das Verspätungschaos nervt. Doch Scheuer ist augenscheinlich die
aufgeheizte Debatte der vergangenen Tage leid und will keinen neuen
öffentlichen Schlagabtausch. Natürlich ist ein hysterischer Diskurs
nicht das, was die Bahn pünktlicher macht. Aber der Minister darf
sich auch nicht vom Vorstand mit Altbekanntem einlullen lassen. Er
muss den Druck für Reformen aufrechterhalten und mit einer
ordentlichen Finanzierung dafür die Weichen stellen, dass die Bahn
wieder ein verlässliches Verkehrsmittel wird.
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Datum: 17.01.2019 - 20:25 Uhr
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