BERLINER MORGENPOST: Was für eine Fehlentscheidung / Kommentar von Christine Richter zur Entlassung

BERLINER MORGENPOST: Was für eine Fehlentscheidung / Kommentar von Christine Richter zur Entlassung des Staatssekretärs Henner Bunde

ID: 1693102
(ots) - Es verschlägt einem die Sprache - zumindest für den
ersten Moment: Die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne)
versetzt ihren Staatssekretär Henner Bunde (CDU) in den Ruhestand,
weil sie offenbar bei den Grünen noch weiter Karriere machen will.
Pop behielt Ende 2016 Bunde als Staatssekretär und gab auch ihr
Abgeordnetenhausmandat nicht zurück - beides gegen den Widerstand der
Grünen-Parteiführung. Nun will sie bei eben diesen Parteikollegen
punkten, indem sie Bunde rausschmeißt. Denn Pop will, so erzählen es
die Grünen, Spitzenkandidatin bei der nächsten Wahl werden und sieht
sich offenbar schon im Roten Rathaus. Auf dem Weg dahin stört der
CDU-Mann, da braucht Pop jemanden aus dem Grünen-Umfeld.

Man ist sprachlos, denn erstens geht man so nicht mit einem
Menschen um. Bunde, da sind sich alle einig, die ihn kennen und mit
ihm zusammengearbeitet haben - und das über alle Parteigrenzen hinweg
-, ist ein großartiger Beamter. Kompetent, zuverlässig, erfahren,
freundlich, loyal. Fehler hat er jedenfalls in seiner Zeit bei Pop
keine gemacht. Sie dankte ihm am Freitag nur in einer dürren Mail an
die Mitarbeiter für die Zusammenarbeit. Einen Grund für die
Entlassung nannte sie nicht. Zum anderen kostet auch dieser Rauswurf
uns Steuerzahler wieder viel Geld. Aber das schert die
Wirtschaftssenatorin nicht, sie denkt nur an ihre Parteikarriere.

Und schließlich fragt man sich: Ist die Wirtschaftsverwaltung eine
grüne Parteizentrale? Soll dort nun so grüne Politik gemacht werden,
damit Pops Chancen steigen, die Grünen im Jahr 2021 in die
Abgeordnetenhauswahl zu führen? Sie hat offensichtlich nicht
verstanden, worum es geht, als sie ihren Amtseid abgelegt hat.

Die Grünen, sie erzählen uns oft, wie wir uns verhalten sollen,
wie wir mitmenschlicher und vernünftiger werden sollen. Ihr Verhalten


in Berlin, das ist nur schwer erträglich.



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Datum: 01.02.2019 - 21:54 Uhr
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