Rheinische Post: Kommentar /
Eine märchenhafte Papst-Botschaft
= VON LOTHAR SCHRÖDER
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zu sein: der Papst auf der Arabischen Halbinsel, umgeben von Scheichs
und Imamen. Diese heile Welt aber gibt es nicht. Und auch Franziskus
verspürte keine Neigung, auf die vermeintliche
Tausendundeine-Nacht-Kulisse Rücksicht zu nehmen. Menschenrechte
forderte er ein, Religionsfreiheit und -frieden. Dass wir diesen
Besuch jetzt historisch nennen (was er tatsächlich ist) und
Franziskus' Worten Beachtung schenken (was sie wirklich verdienen),
ist im Grunde beschämend für den Zustand unserer Welt. Weil der
Menschheit selbst 2019 Jahre nach der Geburt Christi all dies nicht
gelungen ist. Den monotheistischen Religionen wird oft unterstellt,
sie seien eine der Ursachen von Gewalt. Das mag durchaus stimmen in
den Grauzonen des Glaubens, in denen Fundamentalismus herrscht und
ohne Rücksicht auf Menschenleben nach Wahrheit gesucht wird. Am
gemeinsamen Frieden mitzuwirken ist mehr als nur eine Aufgabe der
Religion; es ist der Glaube selbst, der in der Toleranz,
Friedfertigkeit und Liebe zum Ausdruck kommt. Es kann keinen Frieden
auf Erden geben ohne einen Frieden der Religionen. Der Ruf nach
Versöhnung ist ein Hoffnungsschrei. Noch klingt er märchenhaft.
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Datum: 04.02.2019 - 21:09 Uhr
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