NOZ: Umweltstiftung verteidigt Umwelthilfe
ID: 1694510
Generalsekretär Bonde: Greta steht beispielhaft für die junge
Generation
Osnabrück. In der Diskussion um Abgasgrenzwerte für Autos hat der
Chef der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) die umstrittene
Deutsche Umwelthilfe (DUH) verteidigt. In einem Interview mit der
"Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Alexander Bonde, "Ausgangspunkt
ihrer Erfolge vor Gericht war immer, dass jemand bestehendes Recht
verletzt - und das war nicht die DUH".
Auch die Tätigkeit der schwedischen Klima-Aktivistin Greta findet
Bondes Zustimmung. "Ich halte es für ermutigend, dass junge Leute das
Thema besonders bewegt", sagte der frühere Grünen-Politiker. "Es geht
um ihre Zukunft und die des Planeten." Greta stehe für ihre
Generation und sei "ein Symbol für viele junge Leute, die berechtigte
Ängste und Sorgen haben".
Grundsätzlich wünschte sich Bonde eine sachliche
Klimaschutzdiskussion ohne personalisierte Vorwürfe gegen Gruppen wie
etwa Autofahrern oder Vielflieger. "Wir sollten uns davon lösen,
immer zu fragen: Wer hat wo was gemacht? Es braucht einen
gesellschaftlichen Wandel, der zum Teil mit Bewusstsein zu tun hat
und zum Teil mit Technologie. Um ihn zu bewirken, bedarf es einer
großen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Anstrengung", führte der
DBU-Chef aus. Es helfe auch nicht, wenn "jede Wetterlage dem
Klimawandel zugeschrieben" werde. Anders herum sei es kein Argument
gegen den Klimawandel, dass es früher auch schon Hochwasser gegeben
habe.
Bonde verwies auf "Erkenntnislagen eines überwältigend großen
Teils der Wissenschaft, die deutlich machen, dass dringender
Handlungsdruck besteht, wenn wir Veränderungsprozesse des Klimas in
einem verträglichen Maß halten wollen". Er werbe dafür, diesen Stand
der Wissenschaft anzuerkennen. "Wir dürfen uns bei einem derart
klaren Stand, wie wir ihn mit exakten Daten und deutlichen
Indikatoren belegen können, nicht die Ausrede leisten, deshalb nichts
zu machen, weil im Vergleich zum einen oder anderen Modell eine
Abweichung eingetreten ist oder weil es Überschwemmungen auch früher
schon gab", sagte der Generalsekretär der DBU.
Die Stiftung selbst werde ihre Arbeit, soweit er sehen könne,
trotz der schwierigen Lage am Kapitalmarkt wie gewohnt fortsetzen -
sie muss dazu wegen der niedrigen Kapitalerträge inzwischen aber auch
auf Rücklagen zugreifen. "Sie können sicher sein: Die Stiftung wird
weiterhin ihre unabhängige, bewährt gute Förderarbeit fortsetzen",
sagte Bonde.
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Datum: 07.02.2019 - 05:00 Uhr
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