Neue Studie zu globalen Auswirkungen veganer Ernährung - Fleischverzicht in Deutschland rettet keinen Regenwald
ID: 1695518
als Heilsversprechen. Kritiker der Nutztierhaltung empfehlen den
Verzicht auf Fleisch, Eier und Milchprodukte auch mit Verweis auf den
vermeintlich besseren Umwelt- und Ressourcenschutz und den
Welternährungsbeitrag einer pflanzlichen Ernährung. Aber inwieweit
haben das Ernährungsverhalten der Deutschen und nationale
Verschärfungen der Tierschutz- und Umweltstandards überhaupt positive
Auswirkungen auf Wirtschaft, Umwelt und Welternährung im globalen
Kontext? Das untersucht eine neue Studie des Instituts für
Agribusiness der Universität Gießen. Das Ergebnis sollte Verfechter
einer rein veganen Ernährung und einer Verschärfung nationaler
Standards aufrütteln: "Eine rein pflanzliche Ernährung kann mit Blick
auf Umwelt, Klima und Welternährung nicht halten, was Kritiker der
Nutztierhaltung versprechen", fasst Prof. P. Michael Schmitz,
Agrarökonom und Autor der Studie, das Kernergebnis zusammen. Oder,
auf den Punkt gebracht: "Ein Fleischverzicht in Deutschland rettet
keinen Regenwald." Für nationale Alleingänge beziffert die Studie
erheblich negative ökonomische Auswirkungen: So hätte ein
Fleischverzicht von 50 Prozent Wohlfahrtsverluste von 8,8 Milliarden
US-Dollar zur Folge. Mit Blick auf gesellschaftlich lauter werdende
Rufe nach "Veggie-Days" formuliert die Studie klare politische
Implikationen. Schmitz: "Fleischverzicht ist ein ungeeignetes Mittel
der Politik. Auf eine staatliche Konsum- und Produktionslenkung
sollte verzichtet werden."
Studie untersucht Kosten und Nutzen einer rein pflanzlichen
Ernährung
Die Studie, die auf Anregung der Alhard von Burgsdorff-Stiftung
zur Förderung wissenschaftlicher Projekte im Geflügelbereich
umgesetzt wurde, untersucht Kosten und Nutzen einer rein pflanzlichen
Ernährung im globalen Kontext - dies mit dem konkreten Ziel,
Antworten darauf zu finden, wie Politik auf Problembereiche mit
wirksamen und effizienten Maßnahmen reagieren sollte. Konkret
untersuchte Problemfelder sind dabei die Unterernährung in armen
Ländern, die Klimabelastung, der Land- und Wasserverbrauch sowie die
Nährstoffverluste der tierischen Produktion. Im Vordergrund stehen
drei von den Kritikern der Nutztierproduktion erhobene Forderungen -
ein Fleischverzicht, die Verschärfung tierschutzbezogener Standards
und ein Importverbot für Sojafuttermittel. Methodisch haben sich die
Wissenschaftler der Universität Gießen dabei neben einer
umfangreichen Literaturrecherche auf ein partielles
Sektor-Gleichgewichtsmodell und ein generelles volkswirtschaftliches
Gleichgewichtsmodell gestützt.
Fleischverzicht, Kostenanstieg und Sojaimportverbot führen zu
Milliardenverlusten
Das Ergebnis gibt zu denken. Fleischverzicht, Kostenanstieg und
Sojaimportverbot führen zu Milliardenverlusten für die Erzeuger und
die Volkswirtschaft insgesamt. Zugespitzt gilt dies, wenn Deutschland
Maßnahmen im nationalen Alleingang und nicht EU-einheitlich umsetzt.
Mit der Politik geht Schmitz dabei hart ins Gericht: "Die bisher
verfolgten Politikkonzepte schwächen die Wettbewerbsfähigkeit der
Nutztierbranche. Marktanteile und Arbeitsplätze in der
Agrarwirtschaft Deutschlands drohen verloren zu gehen, ohne einen
wirksamen Beitrag zu Umwelt-, Klima- und Tierschutz bzw. zur
Hungerbekämpfung leisten zu können."
Die vollständige Studie steht zum Download hier zur Verfügung:
www.zdg-online.de
Zur Dr. Alhard von Burgsdorff-Stiftung: Stiftungszweck der Dr.
Alhard von Burgsdorff-Stiftung, gegründet 1964, ist die Förderung von
Ausbildung und wissenschaftlicher Forschung im Geflügelbereich.
Stiftungsvorsitzender ist der Präsident des Zentralverbandes der
Deutschen Geflügelwirtschaft e. V., stellvertretender Vorsitzender
der Präsident der Deutschen Vereinigung für Geflügelwissenschaft e.
V.
Pressekontakt:
ZDG Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V.
Christiane von Alemann
Claire-Waldoff-Str. 7 | 10117 Berlin
Tel. 030 288831-40 | Fax 030 288831-50
E-Mail: c.von-alemann@zdg-online.de | Internet: www.zdg-online.de
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Datum: 11.02.2019 - 11:36 Uhr
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