Lebensmittel retten, aber richtig! / foodsharing und Deutsche Umwelthilfe kritisieren unzureichende

Lebensmittel retten, aber richtig! / foodsharing und Deutsche Umwelthilfe kritisieren unzureichende Strategie von Ernährungsministerin Klöckner

ID: 1697916
(ots) - Es braucht verbindliche Reduktionsziele für die
Unternehmen sowie Sanktionen bei deren Verstoß - Klöckner
veröffentlicht halbherzige Strategie auf Druck der EU

Heute beschloss die Regierung eine seit Jahren erwartete Strategie
gegen Lebensmittelverschwendung. Nach wie vor landen jährlich rund 18
Millionen Tonnen Lebensmittel in unseren Mülltonnen. Ab 2020 muss
Deutschland an die EU berichten, ob die Lebensmittelverschwendung
reduziert werden konnte, weswegen die Regierung sich nun auf eine
Strategie einigte. Foodsharing und die Deutsche Umwelthilfe (DUH)
bewerten diese als nicht ausreichend und erwarten verbindliche
Reduktionsziele und Sanktionen für Unternehmen.

Es genüge nicht, allein auf den guten Willen von Handel und
Gastronomie zu setzen, um die riesige Verschwendung genießbarer
Lebensmittel aufzuhalten. Die beiden Vereine fordern einen
Wegwerfstopp für Supermärkte und verbindliche, wirksame Ziele für
Unternehmen, deren Einhaltung kontrolliert wird. In einer gemeinsamen
Petition unterstützen 36.000 Menschen die Kritik und fordern
Agrarministerin Julia Klöckner zum Verschwendungsfasten auf.

"Seit Jahren rettet foodsharing erfolgreich Essen vor der Tonne",
sagt Vorstandsmitglied Manuel Wiemann. "Wir begrüßen, dass
Ernährungsministerin Julia Klöckner sich nun dem Thema
Lebensmittelverschwendung widmet. Ihre Strategie greift jedoch zu
kurz und setzt allein auf das Wohlwollen von Unternehmen: Diese
dürfen sich an runden Tischen eigene Ziele setzen, und gleichzeitig
über die Art der Überprüfung entscheiden. Damit ist Willkür Tür und
Tor geöffnet. Stattdessen brauchen wir verbindliche Reduktionsziele
für Unternehmen. Viel Zeit bleibt nicht!" Wiemann führt fort: "Über
50.000 Ehrenamtliche bei foodsharing retten Essen vor dem Müll. Dabei
werden sie, ebenso wie Spenderbetriebe, durch rechtliche Fragen


verunsichert. Die Gesetzeslage muss ehrenamtliche Arbeit bestärken
und die Weitergabe von Lebensmitteln unterstützen."

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, erklärt:
"Die Strategie des Ernährungs- und Landwirtschaftsministeriums ist
bloß ein halbherziger Schritt in die richtige Richtung. Viel zu viele
Lebensmittel werden erst aufwändig produziert, nur um später
weggeworfen zu werden. Riesige Mengen Wasser, Dünger, Pestizide und
Kraftstoffe werden völlig umsonst verbraucht."

Nachbarländer machen erfolgreich vor, wie es gehen kann: In
Tschechien und Frankreich beispielsweise dürfen Supermärkte keine
Lebensmittel mehr wegwerfen, sondern müssen sie an gemeinnützige
Organisationen spenden. Dadurch werden deutlich weniger Lebensmittel
entsorgt. In Deutschland hingegen werden Rentner und Studentinnen
sogar verurteilt, wenn sie Essen aus den Tonnen von Supermärkten
retten.

Ohne zu wissen, wieviel Essen tatsächlich in den Müll wandert,
bleiben Selbstverpflichtungen und gute Vorsätze wertlos. Deswegen
müssen die Verluste transparent auf jeder Stufe der
Wertschöpfungskette - vom Acker bis zum Teller - einheitlich und
korrekt erfasst werden. Ebenso bedarf es transparenter Dialogforen,
an denen auch Nichtregierungsorganisationen beteiligt sein müssen.

Links:

Petition: http://l.duh.de/afr3l

Verschwendungsfasten: https://www.duh.de/verschwendungsfasten-2019/

Gemeinsamer Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung:
http://ots.de/adHx35

Über die Deutsche Umwelthilfe: Seit 1975 setzt sich die Deutsche
Umwelthilfe (DUH) für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen
ein. Wie keine andere Organisation in Deutschland verbindet die DUH
dabei den Schutz von Umwelt und Verbrauchern. Sie ist politisch
unabhängig, gemeinnützig, klageberechtigt und engagiert sich für eine
nachhaltige Wirtschaftsweise, die die ökologischen Belastungsgrenzen
respektiert. Mehr Informationen: https://www.duh.de/ Die DUH setzt
sich aktiv für einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln ein,
z.B. mit Partnern wie foodsharing e.V. oder in Projekten wie dem EU-
LIFE Projekt "Clean Air Farming".

Über foodsharing: Seit sechs Jahren rettet die mehrfach
ausgezeichnete foodsharing-Bewegung täglich tonnenweise gute
Lebensmittel vor der Vernichtung und verteilt sie ehrenamtlich und
kostenfrei im Bekanntenkreis, in Obdachlosenheimen, Kindergärten und
über die Plattform foodsharing.de. Über 200.000 Menschen aus
Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzen regelmäßig die
Internetplattform im Sinne "Teile Lebensmittel, anstatt sie
wegzuwerfen!". Darüber hinaus engagieren sich 50.000 Menschen
ehrenamtlich als Foodsaver, indem sie überproduzierte Lebensmittel
von Bäckereien, Supermärkten, Kantinen und Großhändlern abholen und
verteilen. Das geschieht kontinuierlich über 500 Mal am Tag bei über
5.000 Kooperationspartnern.



Pressekontakt:
Manuel Wiemann, Vorstand foodsharing e.V.
0176 57860567, ManuelW@foodsharing.de

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer Deutsche Umwelthilfe
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

DUH-Pressestelle:
Ann-Kathrin Marggraf, Marlen Bachmann
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe

foodsharing-Pressestelle:
David Jans, Kerstin Bergmann
0177 8780 792, presse@foodsharing.de
www.foodsharing.de, www.facebook.com/foodsharing.de

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell
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Datum: 20.02.2019 - 10:40 Uhr
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