"Schaue ich fern und plötzlich schießt einer, muss ich ausschalten" (FOTO)
ID: 1698003

(ots) -
SWR erinnert an den Amoklauf von Winnenden und die Folgen /
Archivradio ab 22.2. in SWR2 und als Podcast / Multimedia-Schwerpunkt
u. a. mit "SWR1 Leute" und Doku im SWR Fernsehen
"Schaue ich fern und plötzlich schießt einer, vielleicht auch noch
unerwartet, muss ich ausschalten," zitiert Steffen Sailer sich
selbst. Der Jugendliche war vor zehn Jahren am Tag des Amoklaufs in
Winnenden als Schüler im Klassenzimmer der 9c, in dem die Tat begann.
Seine Erlebnisse und ihre Nachwirkungen schilderte er vier Jahre
später am 11. März 2013 in SWR4. Ausschnitte der Sendung sind jetzt
im "SWR2 Archivradio" noch einmal zu hören. Am 11. März 2009 tötete
ein 17-Jähriger in Winnenden und Wendlingen 15 Menschen, vor allem an
seiner ehemaligen Schule, und am Ende sich selbst. Ein multimedialer
Schwerpunkt des Südwestrundfunks (SWR) blickt ab 22. Februar im
Radio, im Web sowie im SWR Fernsehen nochmals auf das tragische
Ereignis und seine Folgen.
Diskussion über Schulpsychologen, das Waffenrecht und die Rolle
der Medien SWR Reporter Knut Bauer hatte im März 2009 im Auftrag von
Radio Stuttgart für den ARD-Hörfunk über den Amoklauf berichtet. Im
Gespräch mit Autor Christoph König schildert er in "SWR2 Wissen:
Archivradio" an Hand von Originalberichten die Abfolge der
Ereignisse, aber auch die Diskussionen über eine Verschärfung des
Waffenrechts und die Berichterstattung der Medien (SWR2, 22. Februar,
8:30 Uhr). "Hysterie, Übertreibung, das Dran-Kleben an den Opfern...,
das kann man kaum noch ertragen," kritisierte der Kölner
Medienwissenschaftler und Publizist Dietrich Leder am 19. März 2009
in "SWR1 Thema heute" die Berichterstattung über den Amoklauf. Stefan
Detjen, damals Chefredakteur des Deutschlandfunks, beschrieb in
derselben Sendung das Bedürfnis der Menschen, das Unfassbare fassbar
zu machen: "Man will sich überzeugen: Das, was ich gehört habe, ist
tatsächlich Fakt." Weitere Original-Tondokumente, die am Tag des
Amoklaufs und in der Zeit danach im Radio zu hören waren,
veröffentlicht das "SWR2 Archivradio" auch auf archivradio.de und in
seinem Podcast-Kanal. Dazu gehören die Pressekonferenz mit
Innenminister Rech und Polizeipräsident Hetger, die Diskussion mit
Schützenvereinen zur Verschärfung des Waffenrechts und Berichte über
die Kampagne gegen so genannte Killerspiele.
Dokumentation im SWR Fernsehen
In der 45-minütigen Dokumentation "Die Wunden des Amoklaufs -
Winnenden 10 Jahre danach" am 6. März um 21 Uhr im SWR Fernsehen
schildern Betroffene, wie sie die Tat damals erlebt haben und wie es
ihnen heute geht. Noch immer kämpfen Angehörige der Opfer, die Schule
und die Stadt um Normalität. Andrea Lotter und Stefan Maier haben
sich auf Spurensuche begeben und Erstaunliches erfahren: Das beherzte
Eingreifen dreier Streifenpolizisten konnte damals ein noch viel
größeres Blutbad verhindern. Sie waren vermutlich bundesweit mit die
ersten, die der damalige Polizeichef der Waiblinger Polizei
vorausschauend für den Amokfall hatte ausbilden lassen. Besonders
betroffen gemacht hat die Fernsehautoren, wie tief die Wunden auch
nach zehn Jahren noch sind: "Auch nicht unmittelbar Betroffene, etwa
Polizisten oder Bürgermeister, hatten Tränen in den Augen, wenn sie
mit uns sprachen."
Sendungen im Radio
22. Februar 2019, 8:30 Uhr, "SWR2 Wissen: Archivradio. Der
Amoklauf von Winnenden und seine Folgen" Ab 22. Februar als Podcast
und auf archivradio.de: "SWR2 Archivradio: 10 Jahre nach dem Amoklauf
von Winnenden - Originaltondokumente" 10. März 2019, 12:05 Uhr, "SWR2
Glauben: Gott nach Auschwitz, Fukushima und Winnenden -Wie
Katastrophen den Glauben verändern" Neuer Sendetermin: 11. März 2019,
10 Uhr, SWR1 Baden-Württemberg: "SWR1 Leute: Gisela Mayer,
Aktionsbündnis Winnenden, und Jens Rabe, Rechtsanwalt, im Gespräch"
Sendung im SWR Fernsehen
6. März 2019, 21 Uhr, SWR Fernsehen: "Die Wunden des Amoklaufs -
Winnenden 10 Jahre danach" Online first ab 1. März 2019 auf
www.SWRmediathek.de
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Datum: 20.02.2019 - 12:52 Uhr
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