NOZ: FDP-Bundesvize geißelt Niedersachsens Schweigen zu Stellenabbau bei VW
ID: 1706599
zu Stellenabbau bei VW
Theurer warnt vor "Jobkiller" E-Mobilität - Aufsichtsräte Weil und
Althusmann sollen sich für Beschäftigte einsetzen
Osnabrück. Niedersachsens rot-schwarze Landesregierung unternimmt
nach Ansicht von FDP-Bundestagsfraktionsvize Michael Theurer zu
wenig, um den Arbeitsplatzabbau bei Volkswagen zu bremsen. "Wofür
sitzt denn das Land mit im Aufsichtsrat, wenn sich Ministerpräsident
Stephan Stephan Weil und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann nicht
für die Arbeitsplätze der Beschäftigten bei Volkswagen und seinen
Zulieferern einsetzen?", sagte Theurer der "Neuen Osnabrücker
Zeitung" (NOZ). Anlass sind die Ankündigungen von VW-Chef Herbert
Diess, Europas größten Autokonzern auf E-Mobilität auszurichten und
weitere Stellen abzubauen. Allein bei der Kernmarke Volkswagen sollen
bis zu 7000 Stellen wegfallen - die meisten wohl in Niedersachsen.
Dies hatte in der vergangenen Woche ein klares Bekenntnis von Politik
und Industrie zur E-Mobilität gefordert und damit eine Kontroverse
ausgelöst. "Technologieoffenheit ist jetzt die falsche Parole", hatte
der VW-Vorstandsvorsitzende in Wolfsburg erklärt. Widerspruch erhielt
er unter anderem von BMW-Chef Harald Krüger.
Theurer warnte vor den Folgen der E-Mobilität für den
Arbeitsmarkt. "Die Elektromobilitätsstrategie von Herrn Diess ist ein
Jobkiller", sagte Theurer der NOZ. Harsche Kritik übte der
FDP-Politiker an den beiden Vertretern des Landes im VW-Aufsichtsrat,
SPD-Landeschef Stephan Weil und dem CDU-Landesvorsitzenden Bernd
Althusmann. "Die Tatenlosigkeit und Vasallentreue zur VW-Führung ist
verheerend. Dass für SPD und Union wie auch bei den
Fusionsüberlegungen von Deutscher Bank und Commerzbank Arbeitsplätze
offenbar nichts mehr zählen, ist erschreckend. Die Entscheidung für
eine einseitige Fokussierung auf batteriegetriebene Elektromobilität
ist ein schlechtes Signal für den gesamten Automobilstandort
Deutschland", sagte Theurer. Niedersachsen ist als VW-Großaktionär
mit zwei Regierungsmitgliedern im Aufsichtsrat des Konzerns
vertreten.
Der Vorsitzende der FDP-Fraktion in Niedersachsen, Stefan Birkner,
hält die Fokussierung auf E-Mobilität ebenfalls für schwierig:
"E-Autos liefern bisher nicht auf alle Anforderungen des Alltags
Antworten, außerdem fehlen derzeit viele infrastrukturelle
Voraussetzungen, wie beispielsweise eine europaweite
Ladeinfrastruktur, oder auch eine CO2-freie Stromerzeugung. Eine
einseitige technologische Festlegung ist daher mit hohen
unternehmerischen Risiken verbunden", sagte Birkner der NOZ. Andere
Antriebsarten wie Erdgas und LNG, Wasserstoff oder E-Fuels könnten
ökologischer, ökonomischer und klimafreundlicher in der
Gesamtbetrachtung sein als E-Autos, ergänzte der
FDP-Landesvorsitzende. "Der Kunde muss das Produkt am Ende auch
kaufen, deshalb sollte die Förderung alternativer Antriebe
technologieoffen sein. Die Politik ist gefordert, die Vor- und
Nachteile aller alternativen und klimafreundlichen Antriebsarten
umfassend und gleichwertig zu betrachten und die öffentliche
Diskussion ausgewogen zu führen", forderte er.
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Datum: 20.03.2019 - 14:41 Uhr
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