Übergriffe auf Schutzbefohlene? Ehepaar will weiter Kinder erziehen
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klagen auf Wiedereinstellung bei ihrem Arbeitgeber "L!fe Concepts
Kirchröder Turm", obwohl sie wegen der Misshandlung Schutzbefohlener
in Untersuchungshaft sitzen. Das berichtet das NDR
Fernseh-Regionalmagazin "Hallo Niedersachsen". Der gelernte Erzieher
und die Sozialpädagogin sollen zwischen 1998 und 2007 Kinder und
Jugendliche misshandelt und sexuell missbraucht haben. Nach
derzeitigem Ermittlungsstand sollen vier Schutzbefohlene in elf
Fällen betroffen sein. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim ermittelt.
Das dortige Amtsgericht erließ Haftbefehle, aufgrund der zu
erwartenden Verurteilungen zu langjährigen Freiheitsstrafen bestehe
Fluchtgefahr.
Der Geschäftsführer von "L!fe Concepts Kirchröder Turm", Jürgen
Scheidt, bezeichnete die Klage aufgrund der Schwere der Vorwürfe als
"dreist". "Ich würde niemals mehr diese Leute bei uns pädagogisch
oder anderweitig einstellen. Das richtet sich gegen mein ganz
persönliches Gewissen, gegen mein ethisches Empfinden und gegen jede
Fachlichkeit", sagte Scheidt "Hallo Niedersachsen". Das Ehepaar sei
im Januar mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert worden,
nachdem eine ehemalige Bewohnerin bei der Polizei Anzeige erstattet
hatte. Die Wohngruppe Lichtblick wurde geschlossen. Drei Kinder, die
dort zuletzt gewohnt hatten, wurden einrichtungsintern in anderen
Wohnprojekten untergebracht.
Am 5. April soll die erste arbeitsrechtliche Verhandlung vor dem
Arbeitsgericht Braunschweig beginnen. Möglicherweise sind die
Wiedereinstellungsklagen sogar aussichtsreich. Das Landesjugendamt
teilte auf Nachfrage mit, eine formale Tätigkeitsuntersagung sei erst
nach belastenden Ergebnissen der staatsanwaltschaftlichen
Ermittlungen möglich.
"Das beschuldigte Ehepaar schweigt bislang zu den Vorwürfen",
sagte die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim
Christina Pannek dem NDR. Insgesamt hatten die Ermittler bei mehreren
Hausdurchsuchungen 90 Terabyte Daten sichergestellt, die nun
ausgewertet werden. Eine 30-köpfige Sonderkommission der Polizei
Gifhorn befragt derzeit Zeugen und mögliche weitere Opfer.
Träger der Wohngruppe zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Taten war die
heutige Dachstiftung Diakonie Niedersachsen. Pressesprecherin
Ingetraud Steffenhagen sagte, dass es zwar Differenzen mit dem
Ehepaar gegeben habe, aber keine Hinweise auf Straftaten. Nach
Angaben des Landkreises Gifhorn hat man auch dort erst durch die
Polizei von den Vorwürfen erfahren.
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Niedersachsen"
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Datum: 30.03.2019 - 10:00 Uhr
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