Gastronomie stößt Textilhändler vom deutschen Neuanmietungsthron / Einzelhandelsmieten: Rückgänge bis 26 Prozent in 44 Städten bundesweit
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Erstmals seit Beginn der Erhebung haben die Textilhändler ihre
Spitzenposition als stärkster Flächenabnehmer im deutschen
Einzelhandel verloren. Das ergeben aktuelle Analysen des
Beratungsunternehmens für Immobilien JLL. 68 Abschlüsse mit insgesamt
28.000 m² wurden im ersten Quartal 2019 deutlich von Gastronomie/Food
mit 31.000 m² bei 80 Deals übertroffen. Noch vor ein paar Jahren
hatte der Textilbereich konstant knapp die Hälfte der neuvermieteten
Flächen für sich beansprucht.
Dirk Wichner, Head of Retail Leasing JLL Germany: "Der Umbruch im
Textilhandel ist nicht nur am Anteilsrückgang des Flächenumsatzes zu
erkennen, sondern auch an der Verteilung innerhalb des Segments. So
hat die Sparte Young Fashion über die vergangenen fünf Jahre rund die
Hälfte ihres Flächenvolumens verloren. Auf der anderen Seite wachsen
Textildiscounter wie Ernsting's und TK Maxx mit sechs beziehungsweise
drei Neuanmietungen spürbar, können die Schwäche der anderen Segmente
aber nicht ausgleichen. Gastronomie/Food profitieren hingegen vom
Vormarsch der Systemgastronomie, wie zum Beispiel L'Osteria und
Burgerheart."
Branchenübergreifend hielt der Markt seinen konstanten Kurs und
setzte in den ersten drei Monaten des Jahres rund 118.000 m² bei 263
Abschlüssen um. Das Resultat ist nahezu identisch zum
Vorjahreszeitraum, als 268 Anmietungen mit 119.000 m² registriert
wurden. Auch das Vorgängerquartal Q4/2018 ist mit 276 Deals und
120.000 m² sehr ähnlich verlaufen.
Nach der starken Bilanz 2018 sind die Big 10 hingegen verhalten
ins neue Jahr gestartet - obwohl es durch viele innerstädtische
Projektentwicklungen nicht an Flächen mangelt. 53.600 m² wurden in
den zehn Handelsmetropolen umgesetzt, was 39 Prozent des
Gesamtergebnisses ist und unter dem Schnitt des gesamten Vorjahres
von 44 Prozent liegt.
Positiv stachen Berlin, Frankfurt und Hamburg heraus, die ihr
Vorjahresergebnis deutlich steigern konnten. Die Hauptstadt legte
durch einige Markteintritte wie zum Beispiel die Herrenmodemarke "Ron
Dorff" um 122 Prozent auf 17.500 m² zu. Dahinter folgt Frankfurt dank
der Neuausrichtung des "MyZeil" mit 13.300 m² (+375%). Hamburg kommt
mit Abstand und 6.000 m² (+58%) noch auf das Podest. In der
Hansestadt standen die Stadthöfe und der Bleichenhof im Fokus.
Neue Luxusmarken Kate Spade und Marni zieht es nach München
München (3.600 m²), Hannover (2.700 m²) und Nürnberg (1.500 m²)
verzeichneten ebenfalls Wachstum im Vergleich zum Vorjahr - wenn auch
auf anderem Niveau. "Zwar hat München wenige Großanmietungen, die
Abschlüsse von Luxusmarken wie Kate Spade und Marni unterstreichen
aber die große Anziehungskraft der Millionenstadt im gehobenen
Segment", ordnet Wichner Quantität und Qualität ein.
Herausfordernder war der Markt indes in Köln, wo es von 12.500 m²
auf 4.400 m² zurückging. Auch Leipzig musste mit 3.400 m² nach 11.900
m² im Vorjahr deutlich kleinere Brötchen backen. In beiden Städten
gab es kaum Großanmietungen. Mit jeweils 600 m² rangieren derweil
Stuttgart und Düsseldorf abgeschlagen am Tabellenende. Zumindest in
Düsseldorf ist das teilweise auf die mangelnde Verfügbarkeit
passender Flächen zurückzuführen, die aktuelle Quote liegt knapp
unter zwei Prozent. Nur in München gibt es ähnlich wenig Angebot. Im
Schatten des Zweikampfes zwischen dem neuen Spitzenreiter
Gastronomie/Food und den Textilhändlern hat sich der Bereich
Beauty/Gesundheit auf mittlerweile 17 Prozent herangepirscht. Neben
den traditionell expansiven Drogerieketten entfällt dabei rund ein
Drittel dieser Fläche auf die geräumigen Fitnessstudios, darunter
neue Konzepte wie den Indoor-Fahrrad-Betreiber Becycle. Entsprechend
ist die Branche bei Neuanmietungen in der Kategorie größer als 1.000
m² mit neun Abschlüssen am stärksten. Insgesamt fallen zwölf Prozent
der angemieteten Fläche auf diese Größenkategorie.
Wie in den vergangenen beiden Jahren gab es keine Veränderung bei
den Spitzenmieten in den Big 10. Anders sieht das Bild jedoch auf
Ebene aller 185 betrachteten Einzelhandelsstandorte aus. Dort wird
für die erste Jahreshälfte in 141 Städten mit stagnierenden Mieten
und für 44 Standorte sogar mit nachgebenden Werten gerechnet.
Allerdings klafft die Schere für die Mietpreisrückgänge weit
auseinander und liegt zwischen zwei Prozent und in der Spitze sogar
bei 26 Prozent. Leichte Rückgänge hatten zum Beispiel Essen und
Bamberg zu verzeichnen. Den höchsten Mietpreisverlust erlebte
Leverkusen.
"Die strukturellen Probleme des Einzelhandels machen sich in
erster Linie in kleineren Städten bemerkbar. Einzelhändler überdenken
ihre Filialnetze und fokussieren sich dabei eher auf die größeren
Standorte oder Städte mit einer besonderen Lagegunst. Im speziellen
Fall leiden Städte wie zum Beispiel Leverkusen besonders unter der
übermächtigen regionalen Konkurrenz wie Köln und Düsseldorf", erklärt
Helge Scheunemann, Head of Research JLL Germany, dessen Abteilung
Neuanmietungen in den 185 Standorten kontinuierlich auswertet.
Pressekontakt:
Peter Lausmann, Director Corporate Communications,
Jones Lang LaSalle SE, Telefon +49 69 2003 1366,
peter.lausmann@eu.jll.com
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Datum: 25.04.2019 - 08:16 Uhr
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