Frankfurter Rundschau: Pressestimme zu Türkei und Folter
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Foltervorwürfen gegen die Türkei:
Es ist gut, dass die Bundesregierung die Foltervorwürfe des
deutschen Journalisten Deniz Yücel gegen die Türkei ernst nimmt und
die Regierung in Ankara zur Einhaltung der internationalen
Antifolterkonventionen mahnt. Weniger gut ist, dass Berlin sich
wieder einmal auf Worthülsen zurückzieht, die im Palast des
Dauerherrschers Recep Tayyip Erdogan nur ein müdes Lächeln
hervorrufen. Flüchtlingsdeal hin oder her - bei Folter muss die
Rücksichtnahme aufhören. Es reicht nicht, Erdogan sanft zu mahnen,
denn das ist ihm völlig egal. Die EU-Beitrittsgespräche abzubrechen,
wie Populisten es fordern, ist aber ebenso falsch, denn es würde dem
Autokraten nur in die Hände spielen und der Opposition schaden. Die
Vergangenheit hat gezeigt, dass Erdogan nur eine Sprache versteht:
wirtschaftliche Sanktionen.
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Datum: 12.05.2019 - 15:52 Uhr
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