Stößt PayPal bald den Rechnungskauf vom Thron?

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Zum achten Mal in Folge kürt das EHI Retail Institute den Kauf auf Rechnung zum beliebtesten Zahlungsmittel der Deutschen.



(firmenpresse) - Doch der Vorsprung zum diesjährigen Zweitplatzierten, der Zahlung per PayPal, schrumpft. Das Kölner Handelsforschungsinstitut befragte für seine Marktstudie zu Zahlungsarten im deutschen E-Commerce für physische Güter 111 Onlinehändler, darunter die Marktführer Amazon, Otto und Zalando.

Mehr als ein Viertel der Umsätze im Online-Handel wurden im vergangenen Jahr über den Rechnungskauf abgewickelt. Betrachtet man die Entwicklung des Rechnungskaufs über die letzten Jahre, so erreichte der Kauf auf Rechnung seinen Höhepunkt 2017, wo er mit einem Umsatzanteil von 30,5% die 30-Prozent-Marke knackte. Auch wenn er im Vergleich dazu mit aktuell 27,9 Prozent etwas gefallen ist, hält sich der Rechnungskauf seit Beginn der EHI-Studien im Jahr 2012 hartnäckig auf Platz 1.

So wird der Rechnungskauf 2019 abgewickelt

Laut dem Vergleichsportal Rechnungskauf.com, welches über 1.000 Shops aus unterschiedlichsten Branchen repräsentiert, wickeln knapp 30 Prozent der Shops mit Kauf auf Rechnung diesen selbst ab. Die anderen 70 Prozent greifen diesbezüglich auf Kooperationen mit Zahlungsdienstleistern zurück. Die Marktführer Klarna, Paypal sowie das inzwischen zur Klarna Group gehörenden BillPay decken davon zusammen knapp 90% ab. Kleinere Zahlungsdienstleister auf dem Rechnungskauf Portal sind RatePay, Payolution, Heidelpay und Arvato. Ungefähr 11% der gelisteten Shops verlangen für die Zahlung per Rechnung gesonderte Gebühren. Die Mehrheit davon sind Shops, die den Rechnungskauf über einen Zahlungsdienstleister anbieten.

Die Zahlungsarten PayPal, Lastschrift und Kreditkarte belegten in den letzten Jahren wie auch 2019 die Plätze zwei bis vier in wechselnder Rangfolge. Größter Konkurrent des Rechnungskaufs ist dieses Jahr die Zahlung per PayPal, die mit 20,5 Prozent die Lastschrift von ihrem vorjährigen Platz 2 verdrängt.

Ausblick auf die Zahlungslandschaft 2020



Wird PayPal nun auch bald den Rechnungskauf vom Thron stoßen? Wohl eher nicht. Ein Ende der Beliebtheit des Rechnungskaufs ist nämlich erstmal nicht in Sicht. Schließlich hat der Rechnungskauf auch heute noch einen großen Vorteil gegenüber PayPal: die aufgeschobene Fälligkeit der Zahlung. Kunden, die auf Rechnung bestellen, profitieren durch das Zahlungsziel von einer Art kurzfristigem Kredit, mit dem sie kleine Finanzierungslücken überbrücken können. Auch die Tatsache, dass der Kunde die Ware beim Rechnungskauf erst in den Händen hält bevor er bezahlt, deckt sich mit dem Sicherheitsbewusstsein der Deutschen und spielt somit dem Rechnungskauf in die Karten.

Frischen Wind in die Top 4 könnte zukünftig allerdings die im September 2019 in Kraft tretende EU-Richtlinie PSD2 (Payment Service Directive 2) zur starken Kundenauthentifizierung bringen. Denn anders als die Zahlung per Rechnung oder PayPal, ist z.B. die Kreditkartenzahlung von den verschärften Sicherheitsregeln für Online-Zahlungsverfahren betroffen. Rund 40 Prozent der Händler, die das im Rahmen der PSD2 nötige 3D Secure-Verfahren bereits implementiert haben, berichten laut EHI bereits von zunehmenden Kaufabbrüchen.

Weitere "Hot Topics" der "Online Payment 2019" Studie sind neben der PSD2 und der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) die Themen Mobile und Instant Payment. Des Weiteren gibt das EHI Institut einen Ausblick auf marktdominierende Akteure, zeigt Entwicklungbedarf auf und veröffentlicht seine Payment-Roadmap. Die kompletten Ergebnisse der Studie sind ab dem 18. Juli 2019 erhältlich.
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Datum: 11.06.2019 - 22:40 Uhr
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