Weltbevölkerungstag am 11. Juli 2019 / Selbstbestimmte Entscheidungen - Schlüssel für eine nachhaltige Bevölkerungsentwicklung
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Projektionen für das Wachstum der Weltbevölkerung leicht nach unten
korrigiert. Im Jahr 2100 soll demnach die Bevölkerung von heute 7,7
Milliarden Menschen auf 10,9 Milliarden anwachsen - nicht wie bislang
angenommen auf 11,2 Milliarden. Grund hierfür ist, dass die UN einen
steten Fall der weltweiten Geburtenrate prognostiziert. Besonders in
Afrika südlich der Sahara ist die Fertilitätsrate mit 4,6 Kindern pro
Frau jedoch auch weiterhin hoch und liegt deutlich über dem
weltweiten Durchschnitt von 2,5 Kindern pro Frau. Das führt zu einem
starken Bevölkerungswachstum in Afrika, von jetzt 1,3 Milliarden
Menschen zu 1,5 Milliarden in 2050 und 4,3 Milliarden Menschen in
2100. Dieses Wachstum - trotz der angenommenen sinkenden Kinderzahl
pro Frau - behindert Entwicklung.
Aber selbst wenn die Annahme der UN von einer Fertilitätsrate in
Afrika von 2,1 Kindern pro Frau im Jahr 2100 tatsächlich eintrifft,
braucht es verstärkte Anstrengungen, um allen Menschen der noch immer
wachsenden Bevölkerungen den Zugang zu Familienplanung zu
ermöglichen.
Dazu sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung
Weltbevölkerung (DSW):
"Es ist an der Zeit, die Ursachen des hohen Bevölkerungswachstums
insbesondere in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara nüchtern
zu analysieren und offen in außen- und entwicklungspolitischen
Kontexten zu diskutieren. Die Einflussfaktoren, die zu sinkenden
Kinderzahlen führen, und die Vorteile, die kleinere Familien für
Frauen und Gesellschaften haben, sind hinreichend bekannt.
Die Tatsache, dass heute rund 214 Millionen Mädchen und Frauen
noch immer nicht eine Schwangerschaft verhüten können, obwohl sie
sich dies wünschen, macht deutlich, wie notwendig ein besserer Zugang
zu Verhütungsmitteln und eine damit einhergehende Selbstbestimmung
von Frauen und Mädchen ist. Fast überall in Afrika wünschen sich
Frauen weniger Kinder als Männer, haben aber oft keine oder sehr
geringe Mitspracherechte. Deswegen ist die Gleichberechtigung der
Geschlechter eine wichtige Voraussetzung für eine zukunftsfähige
Bevölkerungsentwicklung.
Die DSW fordert daher ein stärkeres internationales Engagement für
die Stärkung von Frauen und Mädchen und ihrer Rechte, eine
Intensivierung von Aufklärungsprogrammen für Jugendliche sowie ein
verbessertes, zuverlässiges Angebot an Verhütungsmitteln. Der im
November anstehende Nairobi Gipfel ICPD+25, auf dem die Ziele der
Kairoer Weltbevölkerungskonferenz (ICPD) von 1994 überprüft werden,
bietet Deutschland die Chance, ein klares Zeichen für eine
nachhaltige Entwicklung zu setzen.
Ein universeller Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit
und Rechte ist entscheidend für die Erreichung globaler
Entwicklungsziele aus der Agenda 2030, wie z.B. der Verhinderung von
vermeidbarer Müttersterblichkeit oder die Eliminierung von Gewalt
gegen Frauen und Mädchen. Diese Chance sollte Deutschland nicht
verspielen." Weitere Informationen:
- Highlights aus den Weltbevölkerungsprojektionen
(http://ots.de/6Ma9ys)
- Infografik Bevölkerungsentwicklung (http://ots.de/2Sv1ls)
Interviewpartner:
Prof. Dr. Thomas Büttner
Stellv. Vorsitzender des DSW-Stiftungsrats
E-Mail: planetbuettner@gmail.com
Telefon: 0151 61505941
Über die DSW
Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international
tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer
zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher
unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen
über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt
sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische
Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung
und Gleichstellung der Geschlechter ein. Neben ihrem Hauptsitz in
Hannover ist die DSW in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda sowie
mit Verbindungsbüros in Berlin und Brüssel vertreten.
Pressekontakt:
Mareike Döring
Referentin für Pressearbeit
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
Hindenburgstr. 25 | 30175 Hannover
Telefon: 0511 94373-38 | Fax: 0511 94373-73
E-Mail: mareike.doering@dsw.org
Internet: www.dsw.org
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Datum: 09.07.2019 - 10:23 Uhr
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