E-Laden in privaten Tiefgaragen fast unmöglich / Politik muss dringend Lösungen finden (FOTO)
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(ots) -
Bewohner von Mehrfamilienhäusern mit Tiefgarage haben kaum eine
Chance, ihr Elektroauto zu Hause aufzuladen: Eine aktuelle ADAC
Studie zeigt, dass nur die wenigsten Tiefgaragen oder Parkflächen mit
Steckdose oder Wallbox ausgestattet sind.
Nur vier Prozent der untersuchten Objekte verfügen demnach über
einen Stromanschluss, nur die Hälfte davon über wenigstens eine
Ladesäule beziehungsweise Wallbox. Hauptgrund für die mangelhafte
Infrastruktur ist laut Aussage der Immobilienwirtschaft das nicht
geäußerte Interesse seitens der Mieter und Eigentümer. Als weitere
Gründe werden die hohen Kosten, technische Probleme und
regulatorische Unsicherheiten genannt.
Fortschritte sind dabei auch kurz- und mittelfristig nicht zu
erwarten: Nur ein Viertel der befragten Unternehmen erwägt in den
nächsten drei Jahren die Einrichtung von Lademöglichkeiten. Konkrete
Pläne innerhalb eines Jahres verfolgen lediglich 13 Prozent.
Mitursächlich für die Zurückhaltung dürften die hohen rechtlichen
und regulatorischen Hindernisse bei der Installation von Wallboxen
sein: So verlangt das Wohnungseigentumsgesetz (WEG), dass bei
Umbauten am Gemeinschaftseigentum alle Miteigentümer zustimmen
müssen. Ist nur einer dagegen, kommt der Ausbau nicht zustande.
Mieter haben hierauf bis heute keinen Anspruch. Die Pläne der
Bundesregierung zur Beschleunigung des Hochlaufs der Elektromobilität
werden dadurch gebremst.
"Unter diesen Umständen wird es kaum gelingen, die
Elektromobilität für alle Interessierten nutzbar zu machen",
kritisieren die ADAC Vizepräsidenten für Verkehr und Technik Gerhard
Hillebrand und Karsten Schulze. Für Verbraucher sei es essentiell,
dass sie ihr Fahrzeug unkompliziert zu Hause laden können. Denn rund
60 Prozent der Ladevorgänge von Privatnutzern fänden zu Hause statt.
"Es ist deshalb notwendig, die Installation von Ladeinfrastruktur in
Bestandsimmobilien zu erleichtern und das Miet- und
Wohneigentumsrecht anzupassen. Das Bundesministerium für Justiz und
Verbraucherschutz sollte noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf
vorlegen".
Für die Erhebung hat der ADAC die elf größten deutschen Städte
ausgewählt: Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt/Main,
Stuttgart, Düsseldorf, Leipzig, Bremen, Dresden und Hannover.
Insgesamt wurden 1.410 einschlägige Unternehmen nach der Anzahl der
betreuten Objekte mit mehr als 10 Stellplätzen befragt. Davon
unterhielten 310 Unternehmen mindestens ein Objekt dieser
Größenordnung. Zusammen verwalten sie 4.815 Tiefgaragen oder
Parkflächen. Die detaillierten Ergebnisse finden Sie unter
http://adac.de/laden-tiefgaragen.
Pressekontakt:
ADAC Newsroom
T +49 89 76 76 54 95
aktuell@adac.de
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Datum: 18.07.2019 - 08:46 Uhr
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