BDL setzt auf internationales System der CO2-Bepreisung - Luftfahrtverband legt Analyse geeigneter Instrumente für mehr Klimaschutz vor
ID: 1745465
In ihrer kürzlich veröffentlichten Klimaschutzerklärung hat die
deutsche Luftverkehrsbranche Vorschläge unterbreitet, um den
Luftverkehr besser in Einklang mit dem Klimaschutz zu bringen. Der
Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft e.V. (BDL) hat nun
zur inhaltlichen Vertiefung eine Analyse der vorgeschlagenen
Instrumente für den Klimaschutz im Luftverkehr vorgelegt. Der Verband
sieht dabei Klimaschutzinstrumente in drei Bereichen: bei technischen
Innovationen, bei der Organisation des Verkehrs und bei einer
CO2-Bepreisung.
In Bezug auf die technischen Innovationen sieht der BDL als
wirksamsten Hebel den Ersatz des fossilen Kerosins durch einen
regenerativen Kraftstoff aus dem sogenannten
"Power-to-Liquid"-Verfahren. Voraussetzungen für die Einführung eines
solchen e-Fuels sind der Aufbau ausreichender
Produktionsinfrastrukturen und die Bereitstellung des Kraftstoffs zu
wettbewerbsfähigen Preisen. Damit ließe sich im Ergebnis das Fliegen
CO2-neutral gestalten. Um den Entwicklungsprozess voranzubringen,
beteiligt sich der BDL in der Global Alliance Power Fuel, einem
Zusammenschluss u.a. von Mineralöl- und Energiewirtschaft,
Anlagenbauern, Automobilindustrie und Luftverkehrswirtschaft.
Zu dem von der Branche unterstützten Ziel einer Verlagerung von
Luftverkehr auf die Schiene besteht der Analyse des BDL zufolge die
Möglichkeit dazu überall dort, wo ein Streckenziel mit der Bahn in
rund drei Stunden erreichbar ist. Bei Umsteigerverkehr kommt als eine
weitere wesentliche Voraussetzung für mehr Verlagerung auf die
Schiene hinzu, dass die Bahn das aufgegebene Gepäck entsprechend der
hohen Sicherheitsanforderungen des Luftverkehrs aufnimmt und die
Schnittstelle zur Übergabe des Gepäcks an das Flugzeug zeitlich und
gemäß der Sicherheitsbestimmungen zuverlässig organisiert. Des
Weiteren müssen die relevanten Drehkreuze an das
Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn angebunden sein, was beispielsweise
beim Flughafen München bisher nicht gegeben ist.
Angesichts der Diskussion um eine CO2-Bepreisung hebt der BDL in
seiner Analyse als wirkungsvollstes Mittel zwei Instrumente hervor:
Den Emissionshandel und das international abgestimmte
CO2-Kompensationssystem CORSIA. Für diese Instrumente spricht, dass
sie nicht nur eine CO2-Bepreisung festlegen, sondern zugleich einen
klar definierten Mechanismus zur Reduktion von CO2-Emissionen haben.
Für die Wirtschaftsbereiche, die in den Europäischen Emissionshandel
einbezogen sind (Energiewirtschaft, verarbeitende Industrie,
innereuropäischer Luftverkehr), stellt der darin stattfindende
Zertifikate-Handel sicher, dass die CO2-Emissionen der teilnehmenden
Wirtschaftsbereiche bis 2030 gegenüber dem Jahr 2005 insgesamt um 43
Prozent reduziert werden. Außerdem vermeiden sie
Wettbewerbsverzerrungen, wie sie nationale Alleingänge bei Steuern
und Abgaben zur Folge haben.
"Zwar steigen im Emissionshandel die Preise für die CO2-Zerifikate
kontinuierlich. Dies ist angesichts der erforderlichen Maßnahmen zum
Aufhalten des Klimawandels aber auch folgerichtig und, weil es ein
europäisch abgestimmtes System ist, auch machbar, " sagte
BDL-Hauptgeschäftsführer von Randow bei der Vorstellung des
BDL-Papiers. Die Luftverkehrsbranche mache mit der CO2-Bepreisung des
Emissionshandels gute Erfahrungen. Sie sei marktgerecht und führe
verlässlich zum Abbau klimaschädlicher CO2-Emissionen, so von Randow.
Vorbild für andere Wirtschaftsbereiche könne auch sein, dass der
Luftverkehr mit CORSIA ab kommendem Jahr als erster
Wirtschaftsbereich ein international abgestimmtes
CO2-Bepreisungssystem bekomme.
Die Analyse geeigneter Instrumente für den Klimaschutz im
Luftverkehr finden Sie hier: http://ots.de/K5iQKU
Die Klimaschutz-Erklärung des BDL können Sie hier herunterladen:
http://ots.de/eSBshQ
Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) wurde
2010 als gemeinsame Interessenvertretung der deutschen
Luftverkehrswirtschaft gegründet. Mitglieder des Verbandes sind
Fluggesellschaften, Flughäfen, die Deutsche Flugsicherung und weitere
Leistungsanbieter im deutschen Luftverkehr. Die Mitgliedsunternehmen
beschäftigen mehr als 180.000 Mitarbeiter. Die deutsche
Luftverkehrswirtschaft ermöglicht Mobilität für jährlich über 200
Millionen Fluggäste und trägt mit dem Transport von Außenhandelswaren
im Wert von über 200 Milliarden Euro zur Stärkung des
Wirtschaftsstandorts Deutschland bei.
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Ivo Rzegotta
Leiter Strategie und Kommunikation
E-Mail: ivo.rzegotta@bdl.aero
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Datum: 16.08.2019 - 12:34 Uhr
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