Sorgeüber Pläne zur Reform der Notfallversorgung / DFV und vfdb: Umsetzung des Entwurfs würde Rettungsdienst in Gefahr bringen
ID: 1752792
Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) haben
sich besorgt über die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
zur Reform der Notfallversorgung geäußert. "Deutschland verfügt über
eines der europaweit vorbildlichsten Rettungsdienst-Systeme, um das
uns viele sogar beneiden", sagten die Präsidenten von DFV und vfdb,
Hartmut Ziebs und Dirk Aschenbrenner, am Rande des
DFV-Bundesfachkongresses am Donnerstag in Berlin. "Dieses gut
eingespielte Modell in Frage zu stellen, wäre so für die Sicherheit
der Bevölkerung nicht vertretbar." In einem Schreiben an den
Gesundheitsminister hat DFV-Präsident Ziebs um ein Überdenken des
Vorhabens gebeten und Gespräche mit den Beteiligten angeregt.
Ziebs und Aschenbrenner begrüßten zugleich die Initiative des
Niedersächsischen Landkreistages, der unlängst zur Gründung eines
"Bündnisses für den Rettungsdienst als Landes- und Kommunalaufgabe"
aufgerufen hat. "Zweifellos gibt es an vielen Stellen
Optimierungsbedarf - vor allem, wenn es um die angemessene ärztliche
Versorgung von Kranken außerhalb der üblichen Praxiszeiten geht",
betonte Aschenbrenner. "Denn nach wie vor wird der Rettungsdienst
vielfach durch Anrufe und Einsätze überlastet, die keine
Dringlichkeit haben. Das geht im Extremfall auf Kosten akuter
Notfälle und belastet unnötig die Kliniken." Insofern sei eine enge
Zusammenarbeit zwischen dem kassenärztlichen Bereitschaftsdienst
unter der nach wie vor noch nicht ausreichend bekannten Rufnummer 116
117 sowie den Mitarbeitern der ausschließlich für Notfälle
vorhandenen Nummer 112 sinnvoll. Hierfür müssten allerdings vielfach
noch die technischen und personellen Voraussetzungen geschaffen
werden.
"Für derartige Veränderungen aber ist keine Grundgesetzänderung
und keine Verlagerung der Verantwortlichkeiten von den Kommunen auf
den Bund erforderlich", ergänzte DFV-Präsident Ziebs. Es sei
bedauerlich, dass vor dem Vorstoß des Gesundheitsministers nicht
ausführliche Gespräche mit allen für den Rettungsdienst
Verantwortlichen stattgefunden hätten.
"Sollte der Gesetzentwurf so, wie er jetzt ist, in die
Wirklichkeit umgesetzt werden, wäre unser Rettungsdienst in Gefahr",
so das Fazit von Hartmut Ziebs und Dirk Aschenbrenner. "Nicht
auszudenken, wenn hilfesuchende Anrufer eines Tages beim Wählen der
Notrufnummer 112 zunächst in einer Telefon-Warteschlange wie im
Kaufhaus statt bei einem kompetenten und ortskundigen Disponenten
landen würden."
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Datum: 12.09.2019 - 11:28 Uhr
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