Westfalen-Blatt: ein Leitartikel zum Klimapaket

Westfalen-Blatt: ein Leitartikel zum Klimapaket

ID: 1755432
(ots) - Die Bewegung »Fridays for Future« bringt
Millionen Menschen auf die Straße, und im Kanzleramt läuft die
Bundesregierung heiß. Dieser Freitag wird in die politische
Geschichte unseres Landes eingehen, auch wenn ihm weder unmittelbar
der Weltuntergang noch die Weltenrettung folgt. Und doch ist das
Klimapaket ein großer Schritt in die richtige Richtung, weil es auf
Langzeitwirkung setzt und der Kraft des Fortschritts mehr vertraut
als dem Verbot. Dass es trotzdem Kritik von allen Seiten gibt,
überrascht nicht. Wie sollte es anders sein, wenn sich Leugner des
menschengemachten Klimawandels auf der einen und Anhänger einer neuen
Öko-Religion auf der anderen Seite gegenüberstehen. Da wäre es sogar
für die stärkste und selbstbewussteste Regierung unmöglich gewesen,
es allen Recht zu machen. Und diese Koalition aus CDU/CSU und SPD ist
weder besonders stark noch besonders selbstbewusst. So verwundert es
nicht, dass einige Maßnahmen eher dem Durchhaltewillen der
Regierenden geschuldet sind und zur Beruhigung der Regierten dienen
sollen. Im berechtigten Bemühen, die Akzeptanz unterschiedlichster
Interessengruppen zu erlangen, ist die Große Koalition zum Teil doch
arg ins Klein-Klein verfallen. Zugleich erweckt sie so einen
Rechte-Tasche-Linke-Tasche-Effekt. Ein radikales Umsteuern, wie es
die Umweltverbände und ihre wahrlich nicht nur jungen Anhänger
fordern, hätte sicher anders ausgesehen. Doch ist es gerade das Beste
an den Beschlüssen, dass sie nicht auf Radikalität und den
»Systemumsturz« setzen. Denn niemand kann glauben, dass ein Kurs des
plumpen Verbietens langfristig betrachtet Aussicht auf Erfolg hätte.
Ebenso sollte niemand glauben, dass ein Klimaschutzpaket einer
deutschen Regierung genügen könnte, um die Probleme in den Griff zu
bekommen. Dafür ist viel zu lange viel zu wenig passiert. Und so sind


jetzt nicht nur die Politiker, sondern wir alle gefordert - und das
für ziemlich lange Zeit mit ziemlich einschneidenden Veränderungen.
Vor diesem Hintergrund ist es auch das einzig Richtige, auf eine
CO2-Bepreisung über den Handel mit Verschmutzungsrechten zu setzen
statt auf eine CO2-Steuer. Das Vertrauen in die Kraft und
Lösungsfähigkeit der Marktwirtschaft darf nicht verloren gehen. Doch
wird alles Bemühen erfolglos bleiben, wenn der Zertifikatehandel an
Deutschlands Grenzen Halt macht. Man darf gespannt sein, was dazu an
diesem Wochenende beim UN-Klimagipfel in New York zu hören sein wird.
Überhaupt sollte die Tatsache, dass Deutschland für exakt 2,1 Prozent
der energiebedingten weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich ist,
nicht außer Blick geraten. Und zwar nicht, um daraus eine faule
Ausrede für das Nichtstun abzuleiten, sondern um technologische
Lösungen zu entwickeln, die weltweit überzeugen und als Vorbild
dienen können.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Ulrich Windolph
Telefon: 0521 585-228
u_windolph@westfalen-blatt.de

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  BERLINER MORGENPOST: Klimawende für alle / Leitartikel von Tim Braune zum Klimapaket Der Tagesspiegel: Tagesspiegel exklusiv: Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 20.09.2019 - 21:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1755432
Anzahl Zeichen: 3309

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 514 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: ein Leitartikel zum Klimapaket"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalen-Blatt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WESTFALEN-BLATT - Till Brönner: "Nichts aus Corona gelernt" ...
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un

34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder

NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in


Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt


BERLINER MORGENPOST: Im Schatten der großen Fälle / Kommentar von Ulrich Kraetzer zur Amtsanwaltschaft ...
Kurzform: Dass die Amtsanwaltschaft viel zu wenige Mitarbeiter hat, ist seit Jahren bekannt und wird von niemandem bestritten. Im Haushaltsentwurf sind trotzdem nur drei zusätzliche Stellen eingeplant. Das darf nicht sein. Denn so wichtig der Kampf gegen die "große" Kriminalität sei

BERLINER MORGENPOST: Klimawende für alle / Leitartikel von Tim Braune zum Klimapaket ...
Kurzform: Dieses Klimapaket wird Deutschland verändern. In den Heizungskellern, in den Garagen, in den Köpfen. Das ist gut so. Es gibt keine Alternative. Der Planet ist krank. Jeder sieht, fühlt, spürt das. Bei den Politikern hat es gedauert. Jetzt ist der Groschen gefallen. Nicht ganz freiwi

Mitteldeutsche Zeitung: zur Wahlrechtsreform ...
Die Wahlrechtsreform ist notwendig, da durch die verhältnismäßig neue Regelung der Ausgleichsmandate der Bundestag immer größer wird. Statt rund 600 Abgeordnete sitzen bereits 709 im Bundestag. Nur Chinas Volkskongress ist größer. Ab 2021 könnten in Berlins Regierungsviertel 800 Abgeord

Mitteldeutsche Zeitung: zum Klimapaket ...
Was nun auf dem Tisch liegt, ist keine Zumutung für die Menschen im Land, sondern der Versuch, mehr zu fördern als zu fordern. Das hat auch damit zu tun, dass die schwarz-roten Unterhändler im Kanzleramt das abschreckende Beispiel der Wucht der Gelbwesten-Proteste im Nachbarland Frankreich im


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z