Rheinische Post: Autoexperte Dudenhöffer warnt VW vor Führungswechsel
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Dudenhöffer geht davon aus, dass sich VW-Aufsichtsratschef Hans
Dieter Pötsch und Vorstandschef Herbert Diess trotz der
Anklageerhebung im Amt halten können. Der Düsseldorfer "Rheinischen
Post" (Mittwoch) sagte Dudenhöffer: "VW wird meiner Einschätzung nach
auch für die Zeit des Verfahrens an Diess und Pötsch festhalten. Man
kann nicht jeden Manager freisetzen oder beurlauben, nur weil gegen
ihn ein Verfahren angestrebt wird." Dudenhöffer warnte davor, den
Vorstandschef auszutauschen: "In einer derartig radikalen
Umbruchsituation das Zugpferd auszuwechseln, wäre eine fatale
Fehlentscheidung." Allerdings gehe er fest davon aus, dass das
Gericht die Klage zulässt. "Sollte es dann am Ende dazu kommen, dass
Marktmanipulationen vorgelegen haben, dürfte das für den Konzern gut
eine Milliarde Euro kosten. Für Herrn Pötsch würde es dabei bei VW
eng", sagte der Professor und Leiter des Center Automotive Research
der Universität Duisburg-Essen. "Ad-hoc-Mitteilungen müssen ja nicht
von einem kleinen Buchhalter rausgegeben werden, sondern werden in
der Regel von einem Vorstandschef oder Finanzvorstand veranlasst -
und das waren zum damaligen Zeitpunkt Winterkorn und Pötsch." Sollte
das Gericht Marktmanipulationen feststellen, dann müsse der
VW-Aufsichtsrat - nicht zuletzt vertreten durch den niedersächsischen
Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) - seiner moralischen
Verantwortung nachkommen, sagte Dudenhöffer. "Dann wäre Herr Pötsch
im Amt des Chefkontrolleurs nicht mehr zu halten." Diess sei dagegen
als damaliger Markenvorstand allenfalls mittelbar verantwortlich. "Er
dürfte das Verfahren überstehen."
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Datum: 24.09.2019 - 15:56 Uhr
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