Gesund aufwachsen - Warum KindernÜberbehütung mehr schadet als nutzt (AUDIO)
ID: 1761511
Anmoderationsvorschlag:
Wenn heutzutage ein Kind mit blauen Flecken oder Schürfwunden aus
der Kita oder der Schule nach Haus kommt, brennen manchen Eltern
sofort die Sicherungen durch. Klar können sie zu Recht erwarten, dass
der Nachwuchs gesund bleibt und dort keine Unfälle erleidet. Aber wer
schon mal selbst Kinder beaufsichtigen musste, weiß: So ganz
verhindern kann man das nie. Und für die Entwicklung ist es sogar
wichtig, dass Kinder auch mal Risiken eingehen dürfen. Oliver Heinze
berichtet.
Sprecher: Rund 1,2 Millionen meldepflichtige Unfälle gibt es jedes
Jahr in Schulen und Kitas, meistens Schürfwunden und Prellungen. Dass
die Eltern das nicht toll finden, ist klar, sagt Annette Kuhlig von
der Unfallkasse Berlin:
O-Ton 1 (Annette Kuhlig, 27 Sek.): "Natürlich, auf der einen Seite
versteht man, dass Eltern wollen, das dem Kind nichts passiert. Aber
wenn dem Kind nichts passiert, dann ist es eben auch so, dass nichts
passiert. Das heißt, das Kind hat keine Möglichkeit, sich
auszuprobieren, Risiken einzugehen und das Thema Sicherheit wird so
überbetont. Die Eltern fahren mit dem Auto überall hin, das
Elterntaxi ist sozusagen das Transportmittel, das Kind kann sich
nicht mehr selber ausprobieren - und das ist für die Entwicklung des
Kindes gar nicht gut."
Sprecher: Zum einen können sich die Kinder nicht richtig
entfalten, wenn ihr Bewegungsdrang unterdrückt wird.
O-Ton 2 (Annette Kuhlig, 18 Sek.): "Und das andere ist, dass die
Kinder sich nicht selber ausprobieren können und nicht selber
erleben, was sie schaffen können, was sie selber erbringen können,
ohne dass ihnen jemand hilft, so Erfolgserlebnisse eben. Und wenn man
sich an seine eigene Kindheit erinnert, weiß man, wie stolz einen das
gemacht hat, wenn man Dinge selber geschafft hat, ohne dass jemand
geholfen hat."
Sprecher: Genau deshalb plädiert Annette Kuhlig auch für deutlich
mehr Gelassenheit bei diesem Thema.
O-Ton 3 (Annette Kuhlig, 17 Sek.): "Trauen Sie ihrem Kind einfach
etwas zu. Sagen Sie nicht immer: Fass mich an, sieh dich vor! Sind
sie nicht so sehr ängstlich, wenn denn mal was passiert. Und üben Sie
zum Beispiel den Schulweg, das kann das Kind nach ein paar Mal dann
vielleicht auch alleine bewältigen. Und es freut sich, wenn es sowas
alleine schafft."
Sprecher: Ein weiterer Vorteil ist: So lernen Kinder auch,
Gefahren realistisch einzuschätzen. Und für den Fall, dass etwas
passiert, gibt es die gesetzliche Unfallversicherung:
O-Ton 4 (Annette Kuhlig, 16 Sek.): "Das Kind ist in der Schule und
in der Kindestageseinrichtung gesetzlich unfallversichert, auch auf
den Wegen dorthin. Und wenn ein Arztbesuch notwendig ist nach einem
Unfall, wird eine Unfallanzeige gemacht. Und wir kommen dann für die
Heilbehandlung auf und sorgen dafür, dass das Kind ärztlich gut
betreut wird."
Abmoderationsvorschlag:
Mehr Infos über den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung in
Kitas, Schulen und der Uni finden Sie im Netz unter www.dguv.de.
Pressekontakt:
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)
Pressestelle
Stefan Boltz
Tel.: +49-30-13001-1414
E-Mail: presse@dguv.de
Glinkastr. 40, 10117 Berlin
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Datum: 14.10.2019 - 09:00 Uhr
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