Welthunger-Index 2019: Herbe Rückschläge bei der Hungerbekämpfung - Klimawandel verschärft Hunger
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des Hungers sind nicht nur stark gefährdet, es gibt sogar
Rückschritte in einigen Regionen. Dies zeigt der neue
Welthunger-Index, der die Ernährungslage in 117 Ländern berechnet.
Die seit drei Jahren steigende Zahl der Hungernden weltweit auf
derzeit 822 Millionen Menschen bedeutet einen herben Rückschlag. In
den vier Ländern Jemen, Libanon, Zentralafrikanische Republik und
Venezuela sind die WHI-Werte heute höher als im Jahr 2000. Der
Bericht zeigt, dass der Klimawandel die Ernährungslage in den Ländern
verschlechtert, die ohnehin von Hunger und Armut betroffen sind. Seit
Anfang der 1990er Jahre hat sich die Zahl der Wetterextreme
verdoppelt, was zu Ernteverlusten bei den wichtigsten Anbaupflanzen
und steigenden Lebensmittelpreisen geführt hat.
"Die Verantwortung für den Klimawandel und seine Folgen sind sehr
ungerecht verteilt. Die Menschen, die ihn am wenigsten verursacht
haben, leiden am stärksten unter den Auswirkungen. Dürren,
Überschwemmungen und Stürme haben dort verheerende Folgen. Für die
Menschen in besonders betroffenen Regionen geht es dabei ums
Überleben. Frauen und Kinder sind die größten Leidtragenden. Sie
brauchen unsere finanzielle Unterstützung und Solidarität. Auch wir
müssen unser Konsumverhalten und unseren Lebensstil verändern und
nachhaltig gestalten, um unseren Kindern und Enkelkindern eine
lebenswerte Welt zu erhalten", betont Marlehn Thieme, Präsidentin der
Welthungerhilfe.
Insgesamt sind die Index-Werte zur Hungersituation weltweit seit
dem Jahr 2000 um 31 Prozent gefallen. Die Fortschritte sind aber zu
langsam. Wenn die Reduzierung der Unterernährung im gleichen Tempo
wie bisher voranschreitet, werden 45 Länder den Hunger nicht bis zum
Jahr 2030 besiegen können.
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: "Die globale
Ernährungssicherung und der Klimawandel sind die beiden
Überlebensfragen der Menschheit. 20 Millionen Menschen mussten
bereits aus den Dürreregionen Afrikas fliehen. Wir müssen deswegen
noch stärker in den Erhalt ihrer Lebensgrundlage investieren, etwa in
klimaangepasste Anbaumethoden. Vor allem aber verschlechtert sich die
Ernährungslage in den krisengebeutelten Regionen. Im neunten
Kriegsjahr ist die Situation im Syrien-Krisenbogen so dramatisch wie
nie. Auch im Jemen. Alle zehn Minuten stirbt dort ein Kind an
Unterernährung. Die Weltgemeinschaft muss hier entschlossen helfen."
Mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wird der
Welthunger-Index auch in vielen Projektländern der Welthungerhilfe
veröffentlicht. Dadurch sollen auch in den betroffenen Ländern
notwendige Diskussionen mit den Regierungen und der Zivilbevölkerung
geführt werden, um eine Trendwende bei der Hungerbekämpfung zu
erreichen.
Informationen, Grafiken und Fotos sowie den Bericht gibt es unter
https://www.welthungerhilfe.de/hunger/welthunger-index/.
Weitere Informationen zum Thema Klimawandel und Hunger finden Sie
unter www.welthungerhilfe.de/multimedia-story-klimawandel in unserer
Multimedia-Reportage.
Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten
Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell
unabhängig. Sie kämpft für "Zero Hunger bis 2030". Seit der Gründung
im Jahr 1962 wurden mehr als 9.300 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit
3,71 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem
Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen
Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen
Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und
internationalen Partnerorganisationen.
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Datum: 15.10.2019 - 10:00 Uhr
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