Klimakrise:Ärzt*innen- und Hilfsorganisationen warnen gemeinsam mit Greenpeace vor humanitärer Katastrophe / Humanitäre Organisationen fordern rasches Handeln der Regierungen
ID: 1762346
Sperrfrist: 16.10.2019 10:00
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Weitreichende Maßnahmen zu treffen, um eine Erderwärmung über 1,5
Grad Celsius und die dramatischen Folgen zu verhindern - dazu haben
Hilfs- und Ärzt*innenorganisationen in einem gemeinsamen Appell die
Bundesregierung und die Regierungen anderer Industriestaaten
aufgefordert. Die Organisationen veröffentlichen den Aufruf
anlässlich des Humanitären Kongresses am 17.-18. Oktober in Berlin.
Stürme, Dürre, Vertreibungen: "Als humanitäre Organisationen
erleben wir täglich, wie Umweltfaktoren humanitäre Notsituationen
verschlimmern", heißt es in dem gemeinsamen Statement von Ärzte der
Welt, dem Deutschen Roten Kreuz, Ärzte ohne Grenzen, der Ärztekammer
Berlin und Greenpeace.
Die Klimakrise ist nach Auffassung der Organisationen nicht nur
eine ökologische, sondern auch eine humanitäre Katastrophe, deren
Folgen bereits heute weltweit spürbar sind. Menschen, die ohnehin von
Armut, Krankheit, extremen Wetterverhältnissen sowie einer unsicheren
Ernährungssituation betroffen sind, litten besonders unter den Folgen
des Klimawandels und seien auch in Zukunft am stärksten davon
bedroht, so die Organisationen.
Sie kritisieren, dass Industriestaaten die von der Erderwärmung
besonders betroffenen Menschen jedoch allzu häufig im Stich ließen.
Dabei seien es vor allem die reichen Länder des Globalen Nordens, die
das Klimaproblem mit ihrem enorm hohen CO2-Ausstoß der vergangenen
Jahrzehnte maßgeblich verursacht hätten.
Klimawandel und Umweltzerstörung entgegenzutreten, sei eine
gemeinsame Verantwortung aller Staaten. Hier sehen die Organisationen
auch die Bundesregierung in der Pflicht: Die Bundesrepublik müsse
ihre eigenen Emissionen viel stärker als geplant reduzieren und
zugleich ärmere Länder dabei unterstützen, sich gegen die
Auswirkungen des Klimawandels zu wappnen und ihre Wirtschaft
klimafreundlich weiterzuentwickeln.
Als Beispiele für die zerstörerischen Auswirkungen der
Erderwärmung führen die Organisationen unter anderem die Wirbelstürme
an, die Mosambik zu Beginn des Jahres verwüstet haben. Erstmals in
der Geschichte des Landes wurde Mosambik in einer Saison von zwei
Zyklonen heimgesucht. Für viele Menschen weltweit bedeuten die
Klimaveränderungen außerdem Wassermangel und Hunger - etwa für die
Bevölkerung der Region um den Tschadsee in der Sahelzone, einst einer
der größten Seen Afrikas. Durch die steigenden Temperaturen und
häufigere Überschwemmungen ist zudem in vielen Ländern der Welt das
Risiko gewachsen, sich mit durch Wasser übertragene Krankheiten wie
Cholera und durch Insekten übertragene Krankheiten wie Malaria,
Dengue-Fieber und die Lyme-Krankheit zu infizieren. Bis 2050 könnte
laut der Internationalen Organisation für Migration die Zahl der
Menschen, die aufgrund von klimabedingten Wetterveränderungen ihre
Heimat verlassen müssen, 200 Millionen erreichen.
Um die immensen humanitären Folgen der Klimakrise in Zukunft
bewältigen zu können, ist eine beispiellose kollektive Anstrengung
nötig. Auch deshalb haben sich die Organisationen zu einem
gemeinsamen Signal entschlossen.
Zusätzlich findet am 16. Oktober um 10 Uhr in der Ärztekammer
Berlin (Friedrichstr. 16, 10969 Berlin) eine Pressekonferenz statt.
Pressekontakt:
Stephanie Kirchner
Pressereferentin
Ärzte der Welt e.V.
t. +49 (0) 89 45 23 081-294
m. +49 (0) 159 0406 2104
@ stephanie.kirchner@aerztederwelt.org
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Datum: 16.10.2019 - 10:00 Uhr
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