Klimawandel: Warum Behaglichkeit im Haus so wichtig ist und wie sie gewährleistet werden kann (FOTO)
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(ots) -
(tdx) Die Hitzewellen der letzten beiden Sommer machen deutlich: Der Klimawandel
ist Tatsache. Planer und Bauherren sind gefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um
einerseits den CO2-Ausstoß zu reduzieren, anderseits angenehmes Wohnen und
Arbeiten sicherzustellen.
Im Winter wird künftig eher weniger geheizt werden. Dennoch ist eine gut
gedämmte Gebäudehülle erforderlich, um den Heizenergieverbrauch möglichst gering
zu halten. Im Sommer hingegen ist die Behaglichkeit eine enorme Herausforderung.
Höhere Temperaturen belasten den Menschen. Das betrifft nicht nur Risikogruppen
wie ältere oder kranke Personen. Der Klimawandel wird allgemein das Wohlbefinden
beeinträchtigen.
Künstlich gekühlte Räume sind auf Dauer keine Lösung, da diese neben der
Umweltbelastung auch negative Auswirkungen auf den menschlichen Organismus
haben. Experten wie der technische Bauberater Thomas Maucher rechnen allerdings
mit einem deutlichen Anstieg des Energiebedarfs für Raumkühlung. Dieser liegt
heute schon bei bis zu 50 Prozent des Heizwärmebedarfs. Dabei gibt es laut
Maucher konkrete Lösungsansätze, den technischen Kühlbedarf erheblich zu
reduzieren. "Wesentliche Einflussfaktoren sind der Fensterflächenanteil an der
Gebäudehülle, der Sonnenschutz, die Speichermasse von Wänden und Decken sowie
eine intelligente Steuerungstechnik", sagt Maucher. Hinzu kommt in städtischen
Gebieten die Optimierung der Städteplanung, die Grünanlagen, Wasseroberflächen
und natürliche Kaltluftströme bei der Gebäudeanordnung berücksichtigt.
Laut Maucher leistet eine gute Planung einen entscheidenden Beitrag, um den
Kühlbedarf eines Gebäudes möglichst gering zu halten und natürliches
Wohlbefinden zu ermöglichen. Es gilt die Funktion der Gebäudehülle, die
Haustechnik, eine unkonventionelle Raumanordnung sowie Sonnenschutz und Dämmung
aufeinander abzustimmen. Und: Wer örtliche Gegebenheiten wie gewachsene oder
konstruktiv erstellte Verschattungen nutzt und das Gebäude daran ausrichtet
erreicht dass Sonnenstrahlen nicht mehr ganztägig auf die Gebäudehülle treffen.
Rollläden und außenliegende Jalousien reduzieren zwar die Erwärmung der Räume
über die Fensterflächen, doch auch die Außenwände selbst erhitzen sich in
praller Sonne. Maucher: "Hier kommt dem Wandbaustoff eine wichtige Bedeutung zu.
Entscheidend ist ein möglichst gutes Zusammenspiel von Wärmedämmung und
Wärmespeicherfähigkeit." Bestes Beispiel ist der Ziegel. Statt schlanker und
leichter Wände zahlt es sich aus, in massive, monolithische Wände zu
investieren. Ein Blick auf die jahrhundertealten Konzepte in südlichen Ländern
lohnt sich. Maucher erklärt: "Ziegelaußenwände speichern tagsüber die Wärme der
Sonnenstrahlung ohne sie ins Innere des Hauses zu übertragen und geben sie
nachts wieder ab. Eine intelligente Steuerung oder manuelle Querlüftung
unterstützt dies zusätzlich."
Auch hierzulande erkennen immer mehr Architekten, dass einschalige, massive
Ziegelwände für ein ausgezeichnetes Wohnraumklima sorgen. In einigen konkreten
Fällen geht dies sogar so weit, dass auf Heiz- und Klimatisierungstechnik nahezu
komplett verzichtet wurde. Die vermeintlichen Mehrkosten bei Planung und
Gebäudehülle führen im Vergleich zur rein technischen Lösung zu einer deutlichen
Einsparung - bei der Investition und einem späteren Erhaltungsaufwand.
Laut Maucher ist auch ein Umdenken beim Gebäudekubus nötig. Die bis heute
gängige Praxis, durch immer größere Fensterflächen in der kalten Jahreszeit
solare Energiegewinne zur Erwärmung der Räume nutzen zu können, wird im Sommer
zunehmend zur Belastung. Flachdächer können im Vergleich zu traditionellen
Steildächern relativ problemlos begrünt werden. Neben der natürlichen Kühlung
haben sie auch bei anderen Wetterextremen gewisse Vorteile. Ein Großteil des
Regenwassers könnte an Ort und Stelle zurückgehalten werden und erst mit
Verzögerung in das Kanalsystem gelangen.
Mauchers Appell: "Wenn aktuelles Wissen in die Planung einfließt und im Projekt
konkret umgesetzt wird kann Behaglichkeit in Zeiten des Klimawandels Sommer wie
Winter gewährleistet und der Ausstoß von Treibhausgasen reduziert werden."
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Datum: 13.11.2019 - 12:56 Uhr
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