NOZ: Peter Wohlleben: Es sterben Plantagen, nicht die Wälder
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Förster sieht schwere Fehler der Forstwirtschaft - Hoher Anteil naturferner
Bepflanzung
Osnabrück. Der Förster und Bestsellerautor Peter Wohlleben sieht "ganz
eindeutig" den Klimawandel als Auslöser des neuen Waldsterbens. "Wir haben in
Deutschland mittlerweile eine Erhöhung der Durchschnittstemperatur von 1,5 Grad,
also mehr als im Weltdurchschnitt. Aber es sterben die Plantagen, während der
echte Waldbestand in Deutschland immer noch sehr stabil ist", sagte Wohlleben
der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Für die hohe Anfälligkeit der Plantagen gibt es
laut Wohlleben vor allem einen Grund: "Das ist wie ein Maisacker in groß. Wir
wissen, dass Monokulturen in der Landwirtschaft anfälliger sind für Pilze,
Insekten und sonstige Dinge. Das ist im Wald nicht anders, zumal wir Baumarten
anbauen, die zum großen Teil nicht heimisch sind wie die allermeisten
Nadelbäume." Fichte, Kiefer und Lärche seien Baumarten des hohen Nordens, die
Douglasie komme aus Nordamerika: "Sie mögen unser Klima eigentlich gar nicht.
Dadurch sind sie noch anfälliger für den Befall durch Insekten wie den
Borkenkäfer."
Je nach Lesart sind seinen Worten zufolge 80 Prozent unserer Wälder naturfern,
werden also häufig neu bepflanzt, oft nur mit einer Baumart: "In Deutschland
gibt es - auch in jungen Beständen - deutlich über die Hälfte Nadelbäume. Die
stammen nicht etwa aus der Nachkriegszeit, sondern das ist die Forstwirtschaft
des 21. Jahrhunderts, und die muss sich einfach ändern."
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Datum: 02.12.2019 - 14:54 Uhr
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