NOZ: DGB beklagt "Angstmacherei" bei Erbschaftsteuer
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Vorstand Körzell kritisiert Arbeitgeber und fordert "gerechtere" Besteuerung von
Großerben
Osnabrück. Angesichts relativ niedriger Steuersätze für Großerben drängt der DGB
auf Steuerreformen und ein Ende von "Angstmacherei" durch die Arbeitgeber.
DGB-Vorstand Stefan Körzell sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Wenn die
Politik eine weitere Spaltung der Gesellschaft verhindern will, muss sie gerade
beim Thema Steuern ansetzen. Wir brauchen die Vermögensteuer und endlich eine
gerecht ausgestaltete Erbschaftsteuer." Immer größere Bevölkerungsgruppen
wünschten sich eine gerechtere und solidarische Gesellschaft.
Das Argument der Arbeitgeber, ohne gesetzliche Ausnahmen für Unternehmenserben
würden Arbeitsplätze abgebaut, ist nach den Worten von Körzell "pure
Angstmacherei". Er betonte, die meisten Unternehmen könnten sich eine
ordnungsgemäße Erbschaftsteuer durchaus leisten. "Wenn der Gesetzgeber hier
dennoch Vorsorge treffen will, kann er über Stundungsregelungen für jene Fälle
nachdenken, in denen Erben tatsächlich Liquiditätsschwierigkeiten nachweisen,
die eine Fortführung des Betriebs unmöglich machen oder erheblich erschweren
würden."
Die Bundesregierung hatte zuvor auf Anfrage der Linksfraktion neue Zahlen zur
steuerlichen Belastung von Großerben veröffentlicht. Demnach erhielten gut 600
Deutsche im vergangenen Jahr zusammen 31 Milliarden Euro, auf die im Schnitt nur
fünf Prozent Steuern fällig wurden. Wer im vergangenen Jahr sogar 100 Millionen
Euro oder mehr geschenkt bekam, zahlte im Schnitt nur eine Steuer von 0,2
Prozent.
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Datum: 03.12.2019 - 01:00 Uhr
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