Bayernpartei: Streiks in Frankreich - ein Menetekel für die Zukunft des Euro
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"Schwarze Donnerstag". Anders als beim vorgeblich
Super-Billig-Konsumrausch-Freitag geht es aber bei dem zweiten Ereignis um etwas
ganz anderes: Die eigentlich tief zerstrittenen französischen Gewerkschaften
haben ihre Meinungsverschiedenheiten hintan gestellt und zum Generalstreik
aufgerufen. Um gegen die Rentenreform der französischen Regierung mobil zu
machen.
Der hierzulande medial seltsam wenig wahrgenommene Streik dauert fort und legt
weite Teile des öffentlichen Lebens lahm. Aber die Franzosen haben auch einiges
zu verlieren. Zwar sind generelle Aussagen zu französischen Rentnern schwierig,
weil es dort viele Einzelsysteme gibt. Normalerweise geht man aber in Frankreich
mit 62 Jahren in den Ruhestand und laut OECD liegt der Lebensstandard
französischer Rentner über dem der Gesamtbevölkerung.
Nach Ansicht der Bayernpartei zeigt die Situation erneut eine der Hauptschwächen
der EU bzw. insbesondere des Euro auf. Eine gemeinsame Währung ohne eine -
freilich nie gewollte - gemeinsame Sozialpolitik ist zum Scheitern verurteilt.
Denn eine Rentensituation wie hierzulande werden die Franzosen nicht wollen. Ein
Renten-Versorgungsniveau von zurzeit 48% (verglichen mit der Aktiven-Phase) mit
der Tendenz nach unten, ein Renteneintrittsalter, das gerade auf 67 angehoben
wird und stetig steigende Beitragssätze zur Rentenversicherung.
Der Kommentar des Bayernpartei-Vorsitzenden Florian Weber: "Ich gehe davon aus,
dass die französische Regierung - wie bereits bei den erhöhten Spritpreisen und
der dadurch initiierten Gelbwesten-Bewegung - auch bei der Rentenreform
einknickt. Das zeigt, dass Frankreich in vielen sozialen Bereichen reformunfähig
ist. Was aus Sicht der Franzosen völlig nachvollziehbar ist, kann uns leider
nicht egal sein. Denn über die diversen EU-Transfermechanismen zahlt die
einheimische Bevölkerung dies alles mit. Zudem wird so die schädliche
Niedrigzinspolitik der EZB bis zum St.-Nimmerleins-Tag festgeschrieben, eine
auch nur minimale Zinserhöhung würde das hochverschuldete Frankreich in die
Pleite führen. Wegen dieser widerstreitenden Interessenlagen, bei der allerdings
die bayerische bzw. auch bundesdeutsche Perspektive in Brüssel und bei der EZB
derzeit gar keine Rolle spielt, sehe ich mittelfristig für den Euro keine
Zukunft."
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Datum: 09.12.2019 - 14:06 Uhr
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