Gröhe: Militärrabbiner in der Bundeswehr sind eine Bereicherung
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Zentralrat der Juden
Am heutigen Freitag hat Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer
zusammen mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden Josef Schuster in Berlin
einen Staatsvertrag zur Einrichtung einer jüdischen Militärseelsorge in der
Bundeswehr unterzeichnet. Darin wird festgelegt, dass die Bundeswehr ab dem
kommendem Jahr Militärrabbiner zur Seelsorge für die jüdischen Soldatinnen und
Soldaten einsetzen wird. Hierzu erklärt der Beauftragte für Kirchen und
Religionsgemeinschaften der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hermann Gröhe:
"Wir freuen uns sehr darüber, dass Bundesverteidigungsministerin Annegret
Kramp-Karrenbauer heute zusammen mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden
Dr. Josef Schuster einen Staatsvertrag unterzeichnet hat. Darin wird vereinbart,
dass ab dem kommenden Jahr eine jüdische Militärseelsorge in der Bundeswehr
eingerichtet wird. Dies ist ein wichtiges Zeichen an die gut 300 Soldatinnen und
Soldaten jüdischen Glaubens in der Bundeswehr. Wir sind ihnen dankbar für ihren
Einsatz für unser Land.
Der Unterzeichnung des Staatsvertrags war das Angebot des Zentralrats der Juden
an die Bundeswehr vorausgegangen, die jüdische Militärseelsorge in den deutschen
Streitkräften wieder aufzunehmen. Während des ersten Weltkriegs hatte es
zahlreiche jüdische Soldaten gegeben, die von gut 30 Militärrabbinern betreut
wurden.
Mit der heutigen Unterzeichnung des Staatsvertrags kommt das klare Bekenntnis
der jüdischen Gemeinschaft zur Bundeswehr als Armee des demokratischen
Rechtsstaats zum Ausdruck. Dafür können wir nach dem von Deutschen begangenen
Menschheitsverbrechen des Holocaust nicht dankbar genug sein. Zum anderen macht
der Staatsvertrag deutlich, dass jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger ein
wichtiger Teil der deutschen Gesellschaft sind. Wir dürfen uns glücklich
schätzen, dass das jüdische Leben in Deutschland wächst. Gemeinsam müssen alle
demokratischen Kräfte unseres Landes dem wiedererstarkten Antisemitismus
entgegentreten.
Der heutige Tag ist gleichermaßen ein wichtiges Zeichen der jüdischen
Gemeinschaft in Deutschland wie auch an die jüdische Gemeinschaft in
Deutschland.
Im Rahmen ihrer Tätigkeit werden die neuen Militärrabbiner auch am sogenannten
"lebenskundlichen Unterricht" in der Bundeswehr mitwirken, der zur
Gewissensbildung der Soldaten beitragen soll und in der Regel von
Militärgeistlichen durchgeführt wird. So werden auch die Soldatinnen und
Soldaten, die nicht dem jüdischen Glauben angehören, mit den Militärrabbinern in
Kontakt kommen.
Das Angebot der Militärseelsorge für die Soldaten der Bundeswehr ist von großer
Bedeutung. Insbesondere die Auslandseinsätze bergen zahlreiche
Herausforderungen. Es geht dabei auf der einen Seite um existentielle Fragen,
wie die Begegnung mit Verwundung, Tod und Trauer, aber auf der anderen Seite
auch um lebenspraktische Fragen, die gerade für junge Menschen eine
Herausforderung darstellen. Dazu gehört der Umgang mit längerer Trennung von
Familie, von Partner oder Partnerin, wie auch ganz allgemein mit Bindungen, die
Belastungsproben unterzogen werden.
Durch die Anwesenheit der Seelsorgerinnen und Seelsorger gibt es für die
Soldatinnen und Soldaten in einer solchen Situation Menschen neben den
Kameraden, jenseits der militärischen Rangordnung, die mit Rat und Tat zur Seite
stehen können."
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Datum: 20.12.2019 - 10:06 Uhr
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