KOMMENTAR Ein Tempolimit schützt die Freiheit der anderen
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Auf den Autobahnen vieler Länder fährt es sich wunderbar entspannt. Anders als
in Deutschland drängelt niemand bei Tempo 150, weil er noch schneller fahren
will. Der Verkehrsfluss ist ruhiger und gleichmäßiger. Allein aus diesem Grund
stellt sich die Frage: Warum kein Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf
Deutschlands Autobahnen, wie es nun die SPD fordert?
Ein Tempolimit einzuführen, würde - abgesehen von ein paar zusätzlichen
Radarfallen - nicht viel kosten. Es würde aber nebenbei ein paar Tonnen CO2
einsparen, einige schwere Unfälle verhüten und den meisten Autofahrern - eben
jenen die nicht rasen wollen - ein Gefühl größerer Sicherheit vermitteln. Des
weiteren würde ein Tempolimit der Autoindustrie helfen bei ihrem ohnehin
fälligen Paradigmenwechsel von immer leistungsstärkeren Motoren hin zu
sparsameren Modellen und intelligenten Verkehrssystemen der Zukunft. Die den
Autokonzernen dann mit Sicherheit weiterhin die gewohnt hohen Margen bescheren.
Dank eines Tempolimits würde für Autokunden zugleich der Anreiz sinken, bei der
PS-Prahlerei künftig noch mithalten zu wollen. Wer will schon ein Auto kaufen,
das mehr als 200 Stundenkilometer fährt, wenn er dies ohnehin nicht ausreizen
kann?
Bleibt die FDP mit ihrem Argument, ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern
würde die individuelle Freiheit einschränken. Aber welch' armselige Form der
Freiheit ist es, die sich darin ausdrückt, so schnell Auto zu fahren, wie es nur
geht? "Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen
beginnt" - dieses Zitat des Philosophen Immanuel Kant wird auch von Liberalen
gern zitiert. Wer einmal einen Drängler auf der Autobahn hinter sich hatte,
weiß, wovon die Rede ist.
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Datum: 26.12.2019 - 20:24 Uhr
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