Andreas Hoppe wütend und enttäuscht über erleichterten Wolfsabschuss
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Wolfsabschuss
Schauspieler und Autor: Ich gehe mit Nervosität und Bauchgrummeln in meine
Lesungen - Von Greta Thunberg am nachhaltigsten beeindruckt
Osnabrück. Der ehemalige Tatort-Kommissar Andreas Hoppe ("Kopper") kritisiert
heftig das am 19. Dezember im Bundestag verabschiedete Gesetz zum erleichterten
Abschuss von Wölfen. Er sei "sehr wütend und enttäuscht", sagte der 59-Jährige
in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ). "Das ist eine
Entscheidung aus Ignoranz, Unwissenheit und Bequemlichkeit. Eine Entscheidung
bei Nacht und Nebel im Vorweihnachtstrubel. Bleibt abzuwarten, wie das
novellierte Gesetz umgesetzt wird. Aber da der größere Teil der Politik mehr mit
sich selbst und dem Verhindern von Entwicklung beschäftigt ist, habe ich wenig
Hoffnung. Ich wünsche satte Strafen für das Ignorieren des letzten EuGH-Urteils,
das deutlich auf den Artenschutz und die Koexistenz von Mensch und Natur
abzielt."
Der Schauspieler und Autor hatte im Oktober 2019 sein neues Buch "Die Hoffnung
und der Wolf. Wollen wir mit unserem neuen Nachbarn leben?" veröffentlicht, in
dem er für einen gesellschaftlichen Konsens in der aufgeheizten Debatte
plädiert. "Beim Wolf haben wir in Deutschland glücklicherweise eine zweite
Chance bekommen", sagte Hoppe. "Es lohnt sich, darüber nachzudenken, wie wir das
gemeinsam hinkriegen. Viele Leute spenden, damit Elefanten oder Nashörner in
Afrika geschützt werden, aber vor unserer eigenen Haustür sollten wir es
womöglich nicht schaffen, eine Art zu schützen? Das wäre schon ein
Armutszeugnis."
Eine sachliche Auseinandersetzung mit dem sensiblen Thema kranke nach Hoppes
Ansicht "an fehlendem Fachwissen und mangelnder Bereitschaft des Zuhörens auf
allen Seiten". "Mittlerweile schreien sich die Leute auf Veranstaltungen zum
Thema Wolf regelrecht an", sagte Hoppe weiter. "Ich gehe da schon mit etwas
Nervosität und Bauchgrummeln in meine Lesungen. Man weiß ja nie, wer im Publikum
sitzt. Ich wollte aber einfach auch mutig sein, man muss in diesen Zeiten zu
seinen Überzeugungen stehen." Er habe seit der Buchpräsentation mit vielen
Schäfern und Jägern diskutiert, so Hoppe. "Mich erstaunt, dass sie eigentlich
auch eine große Empathie gegenüber dem Wolf haben, nur nicht wissen, wie sie das
mit ihrem Job vereinbaren sollen."
Im zu Ende gehenden Jahr 2019 hätten ihn vor allem Greta Thunberg und Fridays
for Future am nachhaltigsten beeindruckt, sagte der Schauspieler im
NOZ-Interview weiter. "Es freut mich von Herzen, wieder engagierte Jugendliche
zu sehen. Ich dachte schon, dass die Jugend ausgestorben ist und sich nur noch
in belanglosen Serien und schlechter Musik verliert. Endlich ist mal wieder was
los auf den Plätzen dieser Republik, obwohl sich die Zahlen noch steigern
könnten, wenn ich so an die Demonstrationen meiner Jugend denke. Aber mich
freut, dass diese Bewegung weltweit agiert und sich diese Greta so eloquent
äußern kann und den Politikern ordentlich den Marsch bläst."
Seiner Tatort-Figur "Kopper" trauert Hoppe nicht hinterher: "Ich sitze nicht an
jedem Sonntagabend traurig vor der Glotze. Nach meiner erfolgreichen Zeit beim
Tatort Ludwigshafen hatte der SWR mir zwar versprochen, eine neue Rolle oder ein
neues Format anzubieten. Davon habe ich aber nichts mehr gehört. Nach 22 Jahren
mit einer Rolle, die sehr beliebt war und ist, bin ich froh, dass ich zu tun
habe. Ich springe als Gast von einem zum anderen Set, mal kleiner, mal größer."
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Datum: 28.12.2019 - 07:00 Uhr
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