Wärmebildkameras, Bleimunition, Lebendfallen: NRW plant Sonderjagdrecht für den Fall der Schweinepest
ID: 1782721
Nordrhein-Westfalen erreichen sollte, hat die Landesregierung den Entwurf eines
Sonderjagdrecht erarbeitet. "Diese Verordnung soll räumlich und zeitlich
begrenzt wirken", sagte Christian Fronczak, der Sprecher des Umweltministeriums,
dem WESTFALEN-BLATT. Sie soll eine effektivere Bejagung von Wildschweinen
ermöglichen, weil die das Virus weiterverbreiten. Die Verordnung, die noch durch
den Landtag muss, sieht unter anderem folgende Maßnahmen vor:
Schrot statt Kugel: Bisher darf großes Wild aus Tierschutzgründen nur mit
großkalibriger Munition erlegt werden. NRW will nun Schrotmunition erlauben, die
das Treffen zwar einfacher macht, aber nicht sofort tödlich ist.
Lebendfallen: Jäger sollen ganze Wildschweinrotten in sogenannte Saufänge
locken dürfen - Gatter, aus denen die Tiere nicht herausfinden. Diese
Lebendfallen sollen von Wildkameras mit telefonischer Meldefunktion oder von
Personen regelmäßig kontrolliert werden. Gefangene Wildschweine sind dann
möglichst schnell zu erlegen.
Nachtsichtgeräte: Aktuell dürfen Jäger Nachtsichtgeräte und Lampen benutzen,
aber das Montieren auf Gewehren ist gesetzlich untersagt. Mit der
ASP-Verordnung will das Land dieses Verbot vorübergehend aufheben und einem
festgelegten Personenkreis auch die Jagd bei Dunkelheit ermöglichen.
Bleimunition: Die vor Jahren von der rot-grünen Landesregierung verbannte
Bleimunition soll für die Jagd auf Wildschweine wieder erlaubt werden. Nach
Ansicht der Landesregierung müssen im Fall der ASP auch Schweine aus kurzer
Distanz geschossen werden können, und dabei soll die Gefahr von Querschlägern
bei Bleimunition geringer sein.
Keine Grenzen: Die Regel, dass Wild im Umkreis von 300 Meter um Fütterungen
nicht gejagt wird, soll aufgehoben werden. Auch die ansonsten bejagungsfreien
Bereiche in der Nähe von Wildquerungshilfen (z.B. Brücken) sollen nicht mehr
tabu sein.
Kein Mutterschutz: Auch Bachen, deren Frischlinge noch Streifen tragen (und
damit erst wenige Wochen alt sind), sollen im ASP-Fall geschossen werden
dürfen.
Diese Sonderregeln sind nur ein Teil zahlreicher Maßnahmen, mit denen sich NRW
auf den Fall der Fälle vorbereitet. Ministeriumssprecher Christian Fronczak:
"Insgesamt wurden in den zurückliegenden Monaten in Nordrhein-Westfalen und
koordiniert in der gesamten Bundesrepublik eine Vielzahl von Vorsorgemaßnahmen
ergriffen, um einem drohenden Ausbruch der Tierseuche zu begegnen. Unter anderem
wurden Krisenübungen durchgeführt, um im Falle eines Ausbruchs der ASP im
Wildschweinbestand vorbereitet zu sein. Nordrhein-Westfalen setzt für den Fall
eines Ausbruchs auf die speziell zur ASP-Bekämpfung gegründete
Wildtierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft mbH (WSVG)."
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Christian Althoff
Telefon: 0521 585-254
c.althoff@westfalen-blatt.de
Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/66306/4483428
OTS: Westfalen-Blatt
Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 04.01.2020 - 04:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1782721
Anzahl Zeichen: 3429
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 861 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Wärmebildkameras, Bleimunition, Lebendfallen: NRW plant Sonderjagdrecht für den Fall der Schweinepest"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalen-Blatt (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un
34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder
NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in
Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt
NRW-Umweltministerin sieht moralische Mitverantwortung des Handels an Krefeld-Brand ...
Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) sieht eine moralische Mitverantwortung beim Verkäufer der Himmelslaterne, die mutmaßlich den Brand im Krefelder Zoo ausgelöst hat. "Wichtig ist auch die Frage, warum solche gefährlichen Gegenstände wie Himmelslichter bei un
Klöckner warnt vor Schweinepest: "Der größte Risikofaktor für die Ausbreitung ist der Mensch" ...
Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat alarmiert auf das Vorrücken der Afrikanischen Schweinepest von Polen Richtung deutsche Grenze reagiert. "Das Risiko, dass die Afrikanische Schweinepest nach Deutschland eingeschleppt wird, ist nach wie vor hoch", sagte Klöckner der
ONLINE-Petition zum Thema "Ethik-Richtlinien (Verhaltenskodex) für Kleingärtner-Funktionäre" ...
Die Online-Petition soll der Vermeidung von Interessengegensätzen im deutschen Kleingartenwesen dienen. Der Bundespräsident und der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages sollen um Unterstützung gebeten werden. Auch Ihre Unterstützung wäre Gold wert: Hier geht es zur Onlin
Kommentar / Amerikanischer Funke im Pulverfass Nahost = Von Eva Quadbeck ...
Die Amerikaner haben mit der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani die nächste Stufe der Eskalation im Konflikt mit dem Iran genommen. Eine brandgefährliche nächste Stufe. Der von US-Präsident Trump befehligte Raketeneinschlag könnte zum berühmten Funken im Pulverfass Nahost we




