Bürgermeister von Kamp-Lintfort will den Großen Waffenschein¶ Wilder Westen - nein, danke!

Bürgermeister von Kamp-Lintfort will den Großen Waffenschein¶ Wilder Westen - nein, danke!

ID: 1784193
(ots) - Thomas Seim¶ Es mag für die Spannung taugen und die Fantasie
beflügeln, wenn man sich den Bürger- oder Oberbürgermeister seiner Stadt im Film
um 12 Uhr mittags denkt, wie er den Verbrechern entgegentritt und sie mit
Waffengewalt aus der Stadt treibt oder Schlimmeres. Mehr noch: Im Fall des
Kamp-Lintforter Stadtchefs, der einen Waffenschein beantragt, um damit auf seine
eigene Bedrohungslage zu antworten, mag bei dem einen oder anderen Zuschauer
klammheimlich so etwas wir Sympathie aufkeimen. Aber gerade das hat mit
demokratischem Rechtsstaat nichts zu tun. Ja, alle Staatsgewalt geht in einer
Demokratie vom Volke aus. Aber dieses Prinzip ist verbunden mit dem
Gewaltmonopol des Staates. Das kann nur bei den Sicherheitsbehörden, nicht bei
gewählten Mandatsträgern liegen. Wer dies aufgibt, legt die Axt an unsere
demokratischen Grundstrukturen. Genau dies ist das Ziel der rechtsradikalen
Anti-Demokraten, die sich in Kamp-Lintfort unter dem Namen "Die Rechte"
organisieren und gegen den Bürgermeister demonstrieren wollen. Sie bedrohen das
gewählte Stadtoberhaupt seit Monaten. Dies ist ein unerträglicher Angriff auf
Freiheit und Demokratie. Die persönliche Situation des Bürgermeisters, der mit
Respekt vor der Polizei und eben jenem Gewaltmonopol des Staates argumentiert
und zugleich belegen kann, dass die Polizei ihn nicht immer und überall schützen
konnte, ist nachvollziehbar. Seine Entscheidung, einen Waffenschein zu
beantragen, macht indes vor allem dringenden Handlungsbedarf gegen
rechtsradikale Staatsfeinde deutlich. Das gilt auch als Mahnung an die Richter,
die Demonstrationen oder unflätige Beschimpfungen in Richtung Politiker noch als
Meinungsfreiheit deklarieren, wo sie eigentlich Rechtssicherheit für eine
wehrhafte Demokratie schaffen müssen. Nationalsozialismus und politische
Betätigung im nationalsozialistischen Sinn sind seit 1945 in Deutschland


verboten. Das gilt auch dann, wenn diese Nazi-Organisationen sich andere Namen
geben. Darauf lässt sich rechtssicher auch die Absage von solchen angeblichen
Demos begründen - und das wehrhafte Vorgehen gegen deren verbrecherische
Zielsetzungen. Es ist sicher gut zu wissen, dass der Kamp-Lintforter
Bürgermeister alle demokratischen Parteien hinter sich weiß, nicht nur seine
SPD. Gary Cooper hat gegen 12 Uhr mittags die Stadt von Kriminellen befreit, ja.
Aber unsere Demokratie heute ist stärker als der Wilde Westen im Film der
Fünfziger Jahre. Die Fantasie von damals taugt heute nichts.

Pressekontakt:

Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/65487/4489034
OTS: Neue Westfälische (Bielefeld)

Original-Content von: Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Kommentar zur Opern Sanierung nach derÄra des OB Kuhn Seehofer: Verbesserter Schutz von Kommunalpolitikern
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 10.01.2020 - 21:25 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1784193
Anzahl Zeichen: 3080

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 687 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Bürgermeister von Kamp-Lintfort will den Großen Waffenschein¶ Wilder Westen - nein, danke!"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Neue Westf (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Gewerkschaften gespaltenüber Gaspreis-Bremse: IGBCE-Chef Vassiliadis droht Verdi-Vorsitzendem Werneke ...
Den Gewerkschaften droht eine Spaltung wegen der Gaspreis-Bremse. Der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis wirft seinem Amtskollegen bei Verdi, Frank Werneke, wegen dessen Sondervotum zur Gas-Krise eine Beschädigung der deutschen Gewerkschaften vor. Werneke fördere ohne Not und wider besseres W

Gewerkschaften gespaltenüber Gaspreis-Bremse: IGBCE-Chef Vassiliadis droht Verdi-Vorsitzendem Werneke ...
Den Gewerkschaften droht eine Spaltung wegen der Gaspreis-Bremse. Der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis wirft seinem Amtskollegen bei Verdi, Frank Werneke, wegen dessen Sondervotum zur Gas-Krise eine Beschädigung der deutschen Gewerkschaften vor. Werneke fördere ohne Not und wider besseres W

Energiekrise: NRW will mehr Biogas produzieren ...
Düsseldorf. Die schwarz-grüne NRW-Landesregierung setzt im Zuge der Energiekrise auf die verstärkte Produktion von Biogas. Wirtschafts- und Energieministerin Mona Neubaur (Grüne) sieht in der Ausweitung der Biogasproduktion ein "notwendiges Instrument", um der aktuellen Energie-Knapp


Weitere Mitteilungen von Neue Westf


Kommentar zur Opern Sanierung nach derÄra des OB Kuhn ...
Noch Ende vergangenen Jahres konnte es Fritz Kuhn gar nicht schnell genug gehen. Ob Opernhaus-Sanierung und Staatstheater-Erweiterung, ob der Weg zu einem Neubau für das Linden-Museum und zu den Vorhaben Medienhaus und Konzerthaus - Kuhns Antwort war stets klar und knapp. Und sein "Wir

Kriegstreiber / Friedrich Roeingh zum USA-Iran-Konflikt ...
Was für eine Tragödie. Es sind vor allem unbeteiligte Zivilisten, die die dramatische Zuspitzung des Konfliktes zwischen den USA und Iran mit ihrem Leben büßen. Die 176 Menschen an Bord der ukrainischen Boeing - die meisten von ihnen wohl auf dem Rückflug in den Westen von Verwandtenbesuchen

Radfahrer ohne Chance / Kommentar von Patrick Goldstein ...
In Berlin wird um die erste Radfahrerin getrauert, die 2020 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Ein Lkw erfasste die Frau am Kottbusser Tor in Kreuzberg. Beim Abbiegen. Wieder einmal - und doch verschlägt es einem immer wieder die Sprache. Da findet auf den Straßen Berlins täglich die Aus

Mitteldeutsche Zeitung zu türkischen Schulen in Deutschland ...
Das Argument, es gäbe ja auch drei deutsche Schulen in der Türkei, zieht nur bedingt. Denn es macht einen Unterschied, ob eine Auslandsschule von demokratischen, offenen Staaten gebaut wird oder von autoritär regierten Ländern. Zwar dürfte der türkische Staat die Schulen nicht direkt betreib


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z