Bauernpräsident machen Bio-Schnäppchen im Supermarkt Sorge
ID: 1784201
Rukwied mit Verbraucherappell: Verstärkt regionale Produkte kaufen
Osnabrück. Bauernpräsident Joachim Rukwied kritisiert Werbekampagnen mit
Schnäppchenpreisen für Bio-Lebensmittel. Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker
Zeitung" sagte Rukwied: "Die Preisgestaltung bei Bio-Produkten, beispielsweise
Aktionsangebote, beobachte ich mit großer Sorge." Bio-Produkte seien in der
Herstellung teurer als konventionelle. "Die Biobauern brauchen daher einen
höheren Preis, sonst funktioniert das nicht." Er sehe die Gefahr, dass die
Landwirte unter Preisdruck geraten könnten, in einzelnen Bereichen sei das
bereits so.
Rukwied appellierte zudem an Verbraucher, "verstärkt regionale Qualitätsprodukte
zu kaufen". Er sagte: "Achten Sie darauf, wo die Ware herkommt! Das gilt auch
für Öko-Lebensmittel." Laut Bauernpräsident würden in Deutschland im Schnitt nur
zehn Prozent des Einkommens für Lebensmittel ausgegeben. "Das ist einfach zu
wenig. Denn wir können die Landwirtschaft nur dann verändern, wenn die
Bereitschaft dafür da ist, mehr für Lebensmittel auszugeben."
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Bauernpräsident: Nitrat-Messstellen überprüfen, sonst werden Landwirte klagen
Rukwied beklagt Ungereimtheiten beim Grundwasserschutz
Osnabrück. Bauernpräsident Joachim Rukwied hat eine bundesweite Überprüfung des
Nitrat-Messnetzes gefordert. Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung"
sagte Rukwied: "Je genauer man sich das alles anschaut, desto mehr
Ungereimtheiten fallen auf." Viele Landwirte zweifeln an, dass die weitere
Verschärfung der Düngeregeln in Deutschland auf validen Daten beruht. Erhöhte
Nitratwerte im deutschen Grundwasser hatten zu einer Verurteilung vor dem
Europäischen Gerichtshof geführt. Auf Druck der EU-Kommission verschärfte die
Bundesregierung die gerade reformierte Düngeverordnung erneut, um hohen
Strafzahlungen zu entgehen. Rukwied sagte der "NOZ": "Ich setze darauf, dass
sich die Politik die Dinge noch einmal intensivst anschaut." Die Ungereimtheiten
müssten ausgeräumt werden. "Und wenn das die Politik nicht macht, dann bleibt am
Ende nur der Klageweg. Viele Landwirte sind dazu bereit", kündigte der
Bauernpräsident an. Einzelne Landwirte haben bereits Klage eingereicht.
Zuletzt hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zugesagt, das Messnetz in
seinem Bundesland zu überprüfen. Rukwied forderte das in der "NOZ" für ganz
Deutschland. Bauern kritisieren zum einen, dass Deutschland im Vergleich zu
anderen EU-Staaten nur sehr wenige Messstellen zur Bestimmung der
Nitrat-Belastung des Grundwassers heranzieht. Zum anderen zweifeln viele
Landwirte die Zuschreibung als Hauptverursacher an. Sie weisen darauf hin, dass
auch in Regionen ohne Düngung Grenzwerte überschritten werden und möglicherweise
auch defekte Abwassersysteme schuld sein könnten. Kommunen und Wasserversorger
teilen diese Ansicht nicht. Gemeinhin gilt die Düngung von Äckern mit Gülle oder
Gärresten als Hauptursache für Nitrat im Grundwasser.
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Datum: 11.01.2020 - 01:00 Uhr
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