Agrarministerin Klöckner sagt Dumpingpreisen für Lebensmittel den Kampf an / Kükentöten wird später als geplant eingestellt
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Maßnahmen den Handel in die Schranken weisen und Billiglebensmittel in den
Regalen zurückdrängen. "Hähnchenschenkel für 20 Cent pro 100 Gramm, das ist
unanständig. Wie soll ein Bauer davon leben und dann noch höchste
Tierwohlstandards einhalten können?", sagte Klöckner dem Tagesspiegel
(Montagausgabe). Gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werde sie
Handelsvertreter zum Gespräch treffe, teilte die Ministerin mit. Unabhängig
davon will Klöckner aber auch gesetzliche Möglichkeiten gegen den Verkauf von
Billiglebensmitteln nutzen, etwa das Gesetz zum Verbot des Verkaufs unter
Einstandspreisen. "Das muss immer wieder unter die Lupe genommen werden", sagte
die Ministerin.
Große Hoffnung setzt Klöckner zudem in das Verbot unfairer Handelspraktiken und
die Umsetzung einer entsprechenden EU-Richtlinie. Derzeit könne der Handel
sogar bei leicht verderblicher Ware Bestellungen kurzfristig stornieren, also
statt der 30 georderten Salat-Paletten nur 15 abnehmen, kritisierte Klöckner:
"Der Landwirt bleibt auf dem Rest sitzen, muss ihn oft wegwerfen". Supermärkte
könnten heute auch den Ort, den Umfang oder die Häufigkeit von Lieferungen
einseitig ändern. Oder Erzeuger dafür zur Kasse bitten, dass sie ins Sortiment
aufgenommen werden. "Das und weiteres werden wir untersagen", kündigte die
CDU-Politikerin an.
Das millionenfache Kükentöten wird in Deutschland derweil noch mindestens zwei
Jahre weitergehen. "Mit viel Anstrengung, das sagt uns die Wissenschaft, können
wir es schaffen, Ende 2021 auszusteigen", sagte Klöckner dem Tagesspiegel. Im
Koalitionsvertrag hatten sich Union und SPD dagegen darauf verständigt, dass mit
der Praxis Mitte der Wahlperiode Schluss sein sollte, das wäre bereits 2019
gewesen. Klöckner trifft an diesem Montag ihren französischen Amtskollegen
Didier Guillaume, um sich über das Thema auszutauschen.
Jedes Jahr werden in Deutschland 45 Millionen männliche Küken nach dem Schlüpfen
getötet, weil sie für die Eierproduktion unbrauchbar sind. Das
Bundesagrarministerin fördert Verfahren, um bereits im Ei das Geschlecht der
Tiere zu erkennen. "Bei den alternativen Verfahren - etwa der
Geschlechterbestimmung im Ei - kommen wir gut voran, sie für die breite Praxis
verfügbar und serienmäßig einsetzbar zu machen", sagte Klöckner. Allerdings
seien die Alternativverfahren und die technische Verfügbarkeit noch nicht weit,
dass man den Koalitionsvertrag erfüllen konnte. "Wir wollen ja beides unter
einen Hut bringen: Zeigen, dass es technisch geht, die Brütereien im Land
bleiben und wir nicht etwa Eier aus dem Ausland beziehen, wo man überhaupt nicht
das Ansinnen hat, aus dem Kükentöten auszusteigen", betonte Klöckner.
Deutschland nehme hier eine Vorreiter- und Vorbildrolle ein.
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Datum: 12.01.2020 - 13:07 Uhr
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