neues deutschland: Chilenischer Menschenrechtsaktivist: "Die Polizei darf jetzt scharf schießen"
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schon vor dem Generalstreik am 8. und 9. März wieder auf. "Im Moment gibt es
niemanden, der klare Prognosen abgibt. Alles ist möglich vom Sturz der Regierung
bis hin zu einem Militärputsch", sagte der politische Aktivist Matías Orellana
Recabarren der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "neues deutschland"
(Donnerstagausgabe). "Das Einzige, was gewiss ist, ist dass die sozialen
Bewegungen, die Schüler- und Studentenbewegung weiter Widerstand leisten werden,
komme, was da wolle", erklärte der Sportlehrer.
Orellana gehört zu den fast 400 Chilenen, denen seit dem Beginn der Proteste am
18. Oktober durch Polizisten ein Auge schwer verletzt oder sogar ausgeschossen
wurde. "Am 1. Januar war ich nicht auf einer Demonstration, ich war einfach mit
Freunden im öffentlichen Raum unterwegs, als mich eine Tränengasgranate von den
Carabineros traf", schildert er das Ereignis. Es werde zwar oft gesagt, dass die
Bevölkerung die Angst verloren habe. Orellana sieht das anders: "Das ist eine
Lüge. Wir haben Angst. Wir sehen jeden Tag, wie brutal die Polizei vorgeht. Und
die Brutalität nimmt zu. Die Regierung hat den Sicherheitskräften sogar neue
Vollmachten erteilt. Sie dürfen jetzt schießen, um zu töten. Bisher durften sie
von Gesetzes wegen nur schießen, um außer Gefecht zu setzen, nicht scharf. Aber
wir lassen uns von unserer Angst nicht überwältigen."
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Datum: 05.03.2020 - 06:00 Uhr
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