Kommentar: Schwieriges Geschäft der Firmenretter
(ots) - Untätigkeit kann man der Politik nicht vorwerfen: Bund, Länder und selbst Städte spannen milliardenschwer Rettungsschirme auf, damit Betriebe die Corona-Krise überleben. Richtig so. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus hat Deutschland mit dem Shutdown zu einem drastischen Mittel gegriffen. Nun gilt es, die schweren wirtschaftlichen Nebenwirkungen zu lindern. Die Bundesregierung ist klug genug, nicht auf Stimmen zu hören, die gerettete Leben gegen sterbende Firmen aufrechnen wollen. Eine zivilisierte Gesellschaft muss beides versuchen: So viele Leben zu retten wie möglich und so viele Firmen zu retten wie nötig. Und doch reicht guter Wille allein nicht für einen Erfolg der "Operation Firmenrettung". Unternehmer können beim Bündel an Hilfen leicht den Überblick verlieren. Und für manche ist noch nicht einmal etwas dabei. Kleinbetriebe, die von der Hand in den Mund leben, haben oft nichts von Förderkrediten. Das Geschäft, das Hoteliers, Friseure oder Logopäden jetzt verlieren, holen sie auch nach der Krise kaum nach. Die Chance, dass sie Kredite zurückzahlen können, ist gering. Zudem darf die Förderbank KfW nur Darlehen bewilligen, wenn die Firmen überhaupt kreditwürdig sind. Hier steckt die Politik in einem Dilemma: Auf der einen Seite soll sie großzügig sein, auf der anderen kann sie natürlich keine Firmen retten, die seit Jahren schlecht gemanagt sind. Am Ende geht es der Wirtschaftspolitik wie der Gesundheitspolitik: Sie muss auf Sicht fahren und immer wieder nachsteuern. Dass der Staat nun Kredite für Mittelständler mit einer 100-prozentigen Haftung absichern will, wäre sinnvoll - wenn deren Geschäftsmodell stimmt. Trittbrettfahrer der Krise, die mit Staatshilfe ein marodes Geschäftsmodell heilen wollen, darf es weiterhin nicht geben.
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Datum: 31.03.2020 - 20:43 Uhr
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