Venezolanische Flüchtlinge in Kolumbien: In der Fremde oder in der Heimat sterben? (FOTO)
ID: 1811514

(ots) - Seitdem auch die kolumbianische Regierung dem Land aus Angst vor dem Coronavirus den Stillstand verordnet hat, kehren tausende venezolanische Flüchtlinge aus Angst ums Überleben in ihre wirtschaftlich gebeutelte Heimat zurück. "Aber dort gibt es auch nichts für sie, kein Essen, keine Arbeit, geschweige denn medizinische Versorgung im Falle einer Corona-Infektion", sagt Angela Rosales, Leiterin der SOS-Kinderdörfer in Kolumbien.
Die Hilfsorganisation warnt vor einer dreifachen Gefahr für Kinder und Jugendliche:
In Kolumbien
1,5 Millionen venezolanische Flüchtlinge leben aktuell in Kolumbien, fast alle arbeiten im sogenannten informellen Sektor ohne soziale Absicherung. In Folge der Corona-Maßnahmen bricht den Flüchtlingen ihr ohnehin mickriges Einkommen weg. "Familien, die schon an normalen Tagen von der Hand in den Mund leben, können ihre Mieten nicht mehr bezahlen, keine Medikamente kaufen, und wissen nicht mehr, wie sie ihre Kinder vor dem Verhungern bewahren sollen", sagt Rosales. So drastisch das klinge, im schlimmsten Fall müssten die Menschen entscheiden, ob sie lieber in der Fremde oder in der Heimat stürben.
Auf dem gefährlichen Marsch
"Die Grenzen zu Venezuela sind wegen der Eindämmungsmaßnahmen geschlossen, deswegen weichen die Menschen auf illegale Routen aus, die von Kriminellen kontrolliert werden. Das ist lebensgefährlich für die Kinder und Jugendlichen", sagt Rosales. Ihnen drohe Raub, Vergewaltigung, Hunger und Durst.
Zurück in der Heimat
Einmal zurück in Venezuela, erwartet laut SOS-Kinderdörfer weltweit die Menschen im schlimmsten Falle der Tod: Die Wirtschaft leide unter der schwersten Krise in der Geschichte des Kontinents, akuter Treibstoffmangel würde die Engpässe bei der Versorgung der Bevölkerung noch verschärfen. Hinzu käme das kollabierte Gesundheitssystem, das weit davon entfernt sei, die Coronakrise bewältigen zu können. Venezuelas Gesundheitssystem sei schon vor Corona krank gewesen - breite sich das Virus weiter aus, könnte das für viele ohnehin geschwächte Kinder gravierende Folgen haben. Ihre Körper hätten einer Infektion nichts entgegenzusetzen und die Krankenhäuser seien auf eine ausreichende Behandlung mitnichten vorbereitet: Es gäbe kaum fließendes Wasser, Strom, Schutzkleidung, Beatmungsgeräte, geschweige denn Intensivbetten.
SOS-Hilfe
Die SOS-Kinderdörfer helfen Venezuela-Flüchtlingen in Kolumbien mit einer Reihe von Maßnahmen. Auch in Venezuela selbst ist die Hilfsorganisation aktiv: Im Rahmen der SOS-Familienhilfe unterstützen die SOS-Kinderdörfer an vier Standorten in Venezuela rund 3.000 Kinder und junge Erwachsene. Rund 260 Kinder und Jugendliche finden in drei SOS-Kinderdörfern ein dauerhaftes Zuhause.
Spendenkonto:
SOS-Kinderdörfer weltweit
IBAN DE22 4306 0967 2222 2000 00
Stichwort: "Coronahilfe weltweit"
Pressekontakt:
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Boris Breyer
Stellvertretender Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-287
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org http://www.sos-kinderdoerfer.de
Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/1658/4579440
OTS: SOS-Kinderdörfer weltweit
Original-Content von: SOS-Kinderdörfer weltweit, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 24.04.2020 - 04:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1811514
Anzahl Zeichen: 3497
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bogotá
Kategorie:
Soziales
Diese Pressemitteilung wurde bisher 593 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Venezolanische Flüchtlinge in Kolumbien: In der Fremde oder in der Heimat sterben? (FOTO)"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
SOS-Kinderd (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Deshalb ruft die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer gemeinsam mit CEWE die Menschen in Deutschland zu Spenden auf. Das Besondere daran: Alle Spenden, die am 29. November bis 24 Uhr bei den SOS-Kinderdörfern weltweit eingehen, werden verdoppelt. CEWE hat dafür insgesamt 50.000 Euro eingeplant.
Hexenkinder in Afrika: Klimawandel, Krankheiten, Kostenanstieg: Warum Kinder in Ländern wie Benin, Nigeria und der Demokratischen Republik Kongo willkürlich als Sündenböcke für Krisen herhalten m ...
Das Ausbleiben der Ernte, der Tod eines Familienmitglieds oder ansteigende Preise: "Geschieht im Ort etwas Negatives, macht man sich auf die Suche nach einem Schuldigen für die Misere. Hierzulande sind es häufig Kinder, die als Hexer:innen stigmatisiert werden", erklärt Armand Tchoffo
Pakistan: Fast vier Millionen Kinder von medizinischer Versorgung abgeschnitten (FOTO) ...
Je weiter die Überschwemmungen in Pakistan zurückgehen, desto sichtbarer werden die Folgen der Flutkatastrophe: Nach Angaben der SOS-Kinderdörfer sind fast vier Millionen Kinder sind derzeit von der medizinischen Versorgung abgeschnitten, für mehr als 650.000 schwangere Frauen ist es schwierig
Weitere Mitteilungen von SOS-Kinderd
Wegner: Mehr Wohngeld ab 2021 ...
Wollen Lasten aus CO2-Bepreisung auffangen Heute wird das Wohngeld-CO2-Bepreisungsentlastungsgesetz abschließend im Deutschen Bundestag beraten. Dazu erklärt der Bau- und Wohnungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Kai Wegner: "Wir wollen jene unterstützen, die auf Grund ihr
Supertalent unterstützt Corona-Nothilfe / Angel Flukes wirbt für Arbeit von Samaritan's Purse ...
"Das Supertalent"-Siegerin Angel Flukes unterstützt mit ihrem neuen Song die Corona-Nothilfe. Gemeinsam mit Ray Watts und dem SOS Project wirbt sie mit dem Song "Walk through the storm" für die Arbeit der internationalen christlichen Hilfsorganisation Samaritan's Purse. De
Geplante E40-Wasserstraße könnte Millionen von Menschen einem erhöhten Strahlenrisiko aussetzen (FOTO) ...
Die Regierungen von Belarus, Polen und der Ukraine riskieren die Gesundheit von Millionen von Menschen, wenn sie den Bau einer 2.000 Kilometer langen Wasserstraße von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer weiter verfolgen. Die französische Nichtregierungsorganisation Association pour le Contrôle de l
Nepal: "Hungertod für viele Nepali ein konkreteres Risiko als Corona" - Fünf Jahre nach dem verheerenden Erdbeben brauchen erneut die Ärmsten der Armen dringend Unterstützung ...
Fünf Jahre nach dem verheerenden Erdbeben vom 25. April 2015 stehen in Nepal erneut Hunderttausende Menschen vor dem existenziellen Nicht und sind deshalb dringend auf Hilfe angewiesen. Wie schon das Erdbeben, bei dem 9000 Menschen ums Leben gekommen waren und Millionen ihre Lebensgrundlage verlore




