WDR/NDR/SZ: Subventionsbetrug bei Corona-Soforthilfen: Mehr als 500 Ermittlungsverfahren
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Außerhalb von NRW sind mindestens 185 weitere Verfahren eingeleitet worden. Das ergab eine Umfrage unter Ermittlungsbehörden in ganz Deutschland. Allen voran Berlin: Hier sind derzeit mehr als 125 Verfahren mit einem geschätzten Schaden von 1,5 Millionen Euro anhängig. An diesem Donnerstag durchsuchten deshalb Fahnder bei einer Razzia Gebäude der Berliner Salafisten-Szene.
Viele Staatsanwaltschaften berichten auf Anfrage, dass sie in Zukunft mit deutlich höheren Fallzahlen rechnen - man stehe noch am Anfang, viele Verdachtsmomente würden erst geprüft.
Auch bei der deutschen Anti-Geldwäscheeinheit, der Financial Intelligence Unit (FIU), sind nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung in nur vier Wochen rund 2300 Meldungen mit den Stichworten "Covid-19" und "Soforthilfe" eingegangen. Die Meldungen stammen von Banken, die auf den Konten ihrer Kunden verdächtige Vorgänge beobachtet haben. Der Leiter der Behörde, Christof Schulte, beobachtet wegen der Corona-Fördergelder einen Anstieg der Meldungen: "Bei der Soforthilfe sehen wir schon einen sehr signifikanten Ausschlag, besonders wenn man den kurzen Zeitraum bedenkt."
Die Soforthilfen waren nach Ausbruch der Corona-Krise für Kleinunternehmer, Freiberufler und Solo-Selbstständige eingeführt worden. Mit den Fördergeldern wollten die Bundesländer durch Corona bedingte Ausfälle kompensieren. Milliardensummen wurden schnell und unbürokratisch ausgezahlt. Dies hat offenbar auch Kriminelle angelockt.
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Datum: 07.05.2020 - 18:00 Uhr
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