Zentralrat der Juden: Corona-Krise kann zu Ressentiments führen
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Schuster fordert mehr Geschichtsunterricht nach Lockdown
Osnabrück. Der Zentralrat der Juden hat davor gewarnt, dass die Corona-Krise zu einer Welle von Ressentiments gegen Minderheiten führen kann. Präsident Josef Schuster sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ), er halte es für wahrscheinlich, "dass wirtschaftliche Verwerfungen den Nährboden bilden, auf dem rechtsextreme Kreise ihre Saat aussäen. Sie könnte in Deutschland zwar nicht jetzt unmittelbar, wohl aber in der Zukunft aufgehen. So etwas sieht man immer wieder."
Schuster sagte voraus, dass die Schwächephase der AfD nur vorübergehend sei. "Wenn die Akutphase vorbei ist, stellt sich die Frage, ob Parteien des rechtsextremen Spektrums nicht wieder neue Nahrung erhalten. Ich befürchte, dass es so sein wird."
Der Zentralratspräsident bedauerte, dass die Auseinandersetzung mit den jüngsten rechten Anschlägen in Halle und Hanau gegenwärtig in den Hintergrund gerate. Es sei wichtig, "dass wir alle wachsam bleiben und über die Corona-Krise nicht andere Gefahren aus dem Blick verlieren", mahnte er.
Zugleich forderte Schuster, beim bevorstehenden Schulstart keine falschen Prioritäten zu setzen. "Ich hoffe, dass der Geschichtsunterricht nicht zu kurz kommt nach der Corona-Krise, wenn womöglich zunächst die klassischen Hauptfächer verstärkt unterrichtet werden sollen. Schule ist nicht nur Mathe, Deutsch und das Erlernen von Fremdsprachen, sondern auch die Kenntnis von Geschichte." Der Holocaust müsse im Unterricht selbstredend vorkommen, verbunden mit Besuchen in KZ-Gedenkstätten. "Schüler aller Schularten sollten mindestens einmal dorthin reisen." Die Corona-Krise dürfe hier nicht zu Abstrichen führen.
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Datum: 08.05.2020 - 09:00 Uhr
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