DIW-Präsident Fratzscher warnt vor Spirale von Handelsbeschränkungen
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Die Globalisierung sei gut für Deutschland, sie müsse nur klug gestaltet werden, sagte Fratzscher am Mittwoch im Inforadio vom rbb. Deutschland sei "der große Gewinner der Globalisierung" in den letzten Jahrzehnten gewesen: "Fast die Hälfte unserer Wirtschaftsleistung sind Exporte. ... Fast jeder zweite Job hängt direkt oder indirekt an unseren Exporten. Also die Globalisierung hat dazu geführt, dass wir den Wohlstand haben, den wir heute haben."
Der DIW-Präsident betonte, es müsse natürlich angesichts der Corona-Krise überlegt werden, ob künftig einige Produkte häufiger in Europa produziert werden sollten: "Was ist uns so wichtig, dass wir das nicht wollen, dass es außerhalb Europas getätigt wird? Wo sind wir wirklich so abhängig oder so verletzlich, dass wir uns selber schützen müssen? Das ist die Frage, die jetzt gerade in dieser Krise ganz offensichtlich wird."
Aber Fratzscher warnte in diesem Zusammenhang auch vor einem neuen Handelskrieg: "Wenn wir sagen, wir machen hier Beschränkungen, dann muss man natürlich auch akzeptieren, dass andere Länder sagen, wir beschränken unseren Handel auch. Und dann kommt man ganz schnell in so eine Spirale, in der der Welthandel dann leidet. Und wir wissen, wie groß der Schaden ist, wenn es zu einem solchen Handelskrieg kommt."
Fratzscher hob deshalb auch die Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit hervor. Deutschland allein sei zu klein, um China wirtschaftlich Paroli bieten zu können: "Die Europäische Union mit 500 Millionen Menschen und einer größeren Volkswirtschaft als der chinesischen, kann den Chinesen sehr wohl Paroli bieten. Das zeigt, weshalb wir Deutschen Europa brauchen und ein starkes Europa, das mit einer Stimme spricht."
Das Interview mit dem DIW-Präsidenten können Sie im Podcast "Corona - Das Virus und die Wirtschaft" auf inforadio.de und in der ARD-Audiothek hören.
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Datum: 13.05.2020 - 15:13 Uhr
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