Bildungsgewerkschaft GEW warnt vor Lehrerbashing
ID: 1820102
Vorsitzende Marlis Tepe: "Das ist nicht fair"
Osnabrück. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt vor zunehmendem Lehrerbashing in Deutschland. Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" kritisierte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe: "Das Verhalten einzelner Kolleginnen und Kollegen, die angeblich zu wenig für die Kinder gemacht haben, wird stellvertretend für alle herangezogen. Das ist nicht fair."
Viele Lehrer seien in der Corona-Krise am Limit. "Sie organisieren Präsenz- und Fernunterricht und müssen nebenbei Hygienepläne, Kontrollen und versetzte Pausenzeiten umsetzen und versuchen, zu allen Schülern und Schülerinnen den Kontakt aufrechtzuerhalten", sagte Tepe. Dazu kämen Technikprobleme und der Lehrkräftemangel. Vor diesem Hintergrund dürfe es sich die Gesellschaft nicht leisten, Lehrerbashing zu betreiben.
Mit Blick auf eine Attestpflicht für Risikogruppen befürwortete Tepe, dass die Entscheidung über Homeoffice für Lehrer von einem Arzt getroffen werde. Eine Schulleitung könne das nicht entscheiden. "Das wäre eine Zumutung, Schulleiter sind keine Mediziner", so Tepe.
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Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert mit Blick auf Kita-Öffnungen mehr Corona-Forschung
GEW-Vorsitzende Marlis Tepe rät Erziehern mit Gesundheitsrisiko zu Attest
Osnabrück. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert mit Blick auf die zunehmende Öffnung von Kitas mehr Forschung. Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" begründete die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe: "Die Erzieher und Erzieherinnen fühlen sich auch zwischen Baum und Borke. Sie wissen ja, dass die Kinder die Gemeinschaft brauchen, sehen aber auch, dass sie die Abstände oft nicht einhalten können." Kinder bräuchten körperliche Nähe und Trost, gleichzeitig lehnten Erzieher Schutzkleidung eher ab. "Deswegen sind kleine Gruppen vernünftig", sagte Tepe. "Wichtig ist aber vor allem mehr wissenschaftliche Begleitforschung zur Öffnung von Bildungseinrichtungen." Die GEW rät Erziehern, sich analog zu Lehrern Atteste ausstellen zu lassen, wenn sie zu einer Risikogruppe gehören. "Das Lehrerbashing würde sonst um ein Erzieherinnenbashing erweitert werden", fürchtet die GEW-Vorsitzende.
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Datum: 02.06.2020 - 01:00 Uhr
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