Studie: Berufstätige Frauen sind die großen Verlierer der Corona-Krise (FOTO)

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(ots) - Berufstätige Frauen sind durch die Corona-Krise stärker betroffen und belastet als Männer: Homeoffice mit gleichzeitigem Homeschooling, Minusstunden für wochenlange Kleinkinder-Betreuung oder Überstunden in den systemrelevanten, aber schlecht bezahlten Berufen. Was als Ungleichheit der Geschlechter in der Krise immer mal thematisiert wird, beweist nun die repräsentative Studie "Mitarbeiterfocus Deutschland" des Mainzer Marktforschungs- und Beratungsunternehmens 2HMforum.

Im Zuge der Corona-Pandemie hat 2HMforum. in der ersten Maihälfte 2020 eine Sondererhebung unter insgesamt 1.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten durch. Abgefragt wurde vor allem der Einfluss der Krise auf die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer - und wie der Arbeitsalltag sich verändert hat.

Das Ergebnis: 51 Prozent der Frauen geben bei der Befragung an, dass ihr Arbeitsalltag stark von der Corona-Pandemie betroffen sei - durch Kurzarbeit, Gehaltseinbußen, Budgetkürzungen, Ängste, Beförderungsstopps, die Verschlechterung der Geschäftslage, durch neues Arbeiten im Homeoffice und gleichzeitige Kinderbetreuung, etc. Bei den Männern sind es hingegen 44 Prozent.

Finanzielle Nachteile

Dass "Frauenberufe" wie Kassiererinnen und Krankenpflegerinnen gering bezahlt sind, obgleich sie in der Krise als systemrelevant und als enorm wichtig erachtet werden, ist bekannt. Die Studie offenbart zudem: Quer durch alle Branchen haben berufstätige Frauen durch die Krise zusätzliche finanzielle Nachteile. Sie sind wesentlich stärker von Lohnkürzungen und Kurzarbeit betroffen als Männer. 71 Prozent der weiblichen Beschäftigten - und nur 66 Prozent der Männer - geben an, in Unternehmen, in denen die Maßnahme "Kurzarbeit" durchgesetzt oder geplant wurde, auch davon betroffen zu sein. Bei der Maßnahme "Gehalts- oder Lohnkürzungen" sagen 62 Prozent der Frauen, sie seien betroffen - aber nur 51 Prozent der Männer.

"Der Blick in die Zukunft gestaltet sich für weibliche Beschäftigte eher düster", analysiert Dr. Frederik Meyer, Studienleiter und Mitglied der Geschäftsleitung bei 2HMforum. "Die Studie zeigt uns: Jede fünfte berufstätige Frau erwartet eine Verschlechterung der eigenen wirtschaftlichen Situation in den nächsten 6 Monaten. Hier sollten Unternehmen schleunigst über ihre Führungskräfte in die Kommunikation mit den Beschäftigten gehen und dazu beitragen, Ängste und negative Erwartungen abzubauen."



Doppelbelastung Beruf und Familie

Mitte März sind quer durch alle Branchen Arbeitnehmer und ihre Chefs millionenfach kurzfristig ins Homeoffice umgezogen. 39 Prozent der befragten Beschäftigten geben an, in den vergangenen Wochen aufgrund der Pandemie ganz oder teilweise Zuhause gearbeitet zu haben. 27 Prozent davon betreuen - aufgrund der Schließungen der Kindertagesstätten und Schulen - ihre Kinder aktuell Zuhause und bringen somit Beruf und Familie unter erschwerten Bedingungen unter einen Hut. Und obwohl fast gleich viele Männer und Frauen angeben, im Homeoffice zu arbeiten und gleichzeitig Kita- oder Schulkinder zu betreuen, zeigt ein genauerer Blick, bei wem die Doppelbelastung liegt: 54 Prozent der Mütter klagen, dass durch die Betreuung der Kinder im Homeoffice die Produktivität leide. Nur 34 Prozent der Väter hingegen empfinden eine Beeinträchtigung der Produktivität.

Frauen sind motivierter

Trotz der Mehrbelastung der berufstätigen Frauen durch die Corona-Krise und der Ungleichheit der Geschlechter im Berufsalltag, zeigt die aktuelle Studie Mitarbeiterfocus Deutschland: Frauen sind deutlich motivierter als Männer bei ihrer Arbeit und verspüren mehr Freude. Und: Sie leisten bei ihrer Arbeit gerne mehr, als von ihnen erwartet wird.

Mehr Informationen zur Studie "Mitarbeiterfocus Deutschland - Sondererhebung Corona-Pandemie" finden Sie unter: https://2hmforum.de/leistungen/branchenfokus/mitarbeiterfocus-deutschland/

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Margot Brinkhus
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Datum: 10.06.2020 - 11:47 Uhr
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