Pflanzenhandel alles andere als grün: Umfrage der Deutschen Umwelthilfe bei mehr als 100 Händlern

Pflanzenhandel alles andere als grün: Umfrage der Deutschen Umwelthilfe bei mehr als 100 Händlern offenbart großes Plastikmüllproblem

ID: 1822847
(ots) - Abfallberg von jährlich 150 Millionen Einweg-Verpackungen zum Transport von Pflanzen in Deutschland - Fast alle Supermärkte, Bau- und Gartenfachmärkte setzen auf Einweg- statt auf Mehrweg - Pflanzenproduzent Landgard ist mit 70 Millionen Einweg-Paletten für den meisten Einwegmüll verantwortlich - Deutsche Umwelthilfe fordert Mehrwegquote für Transportverpackungen und Abgabe auf Einweg

Der deutsche Pflanzenhandel hat ein großes Plastikmüllproblem. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) bei mehr als 100 Pflanzenhändlern, Supermarktketten sowie Bau- und Gartenfachmärkten. Auf dem Weg vom Erzeuger zum Handel werden Garten- und Zimmerpflanzen in sogenannten "Pflanztrays" transportiert. Diese Paletten sind zu 95 Prozent Einwegprodukte und bestehen meist aus Plastik. Pro Jahr fallen in Deutschland rund 150 Millionen dieser Einweg-Transportverpackungen als Abfall an.

Mehrwegverpackungen führen im Pflanzenhandel ein Nischendasein, obwohl sie unnötige Abfälle vermeiden, Ressourcen einsparen und im Vergleich zu Einweg 30 Prozent weniger CO2 verursachen. Die DUH fordert einen Wandel in der Pflanzenbranche hin zu wiederverwendbaren Transportverpackungen. Dazu braucht es eine verpflichtende Mehrwegquote, eine steuerliche Besserstellung für Mehrwegtrays und eine Abgabe auf Einweg von mindestens 20 Cent.

" Die EU-Kommission hat letztes Jahr ein Verbot von Einweg-Plastikprodukten wie Wegwerftellern und Besteck beschlossen und Umweltministerin Schulze will Plastiktüten abschaffen. Einweg-Plastikmüll ist längst nicht mehr gesellschaftsfähig. Dennoch setzt die Pflanzenbranche trotz vorhandener Mehrweg-Alternativen massenhaft auf Wegwerfverpackungen. Gerade für den kurzen Transport vom Produzenten zum Händler sind Einwegverpackungen unnötig. Die Transportwege wiederholen sich und sind deshalb perfekt geeignet für Mehrweglösungen. Die Pflanzenbranche kann sich nicht länger wegducken und muss Abfallvermeidung und Wiederverwendung endlich ernst nehmen ", sagt die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.



Vor allem die größten Verkäufer von Pflanzen, Lebensmitteleinzelhändler und Baumärkte, setzen fast vollständig auf unökologische Einweg-Transportverpackungen aus Kunststoff. " Allein Lidl ist jährlich für 7,5 Millionen Plastik-Einwegtrays verantwortlich. Beim Baumarkt toom fällt mit jährlich 8 Millionen Einwegtrays noch mehr Plastikmüll an. Das ist nicht nachvollziehbar, denn es gibt praktikable Mehrweg-Transportverpackungen, die hunderte Male wiederverwendet werden können. Bei Produktverpackungen in den Verkaufsregalen existiert inzwischen ein relativ großes Bewusstsein für unnötiges Plastik, aber beim nicht ganz so offensichtlichen Transport von Pflanzen wird gesündigt. Das passt nicht zusamme n", kritisiert der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Größter Plastiksünder in der Pflanzenbranche ist das Unternehmen Landgard. Mit 70 Millionen Einweg-Plastiktrays pro Jahr ist der Pflanzenerzeuger hauptverantwortlich für die Plastikmüllflut. Landgard versucht aktuell mit Rewe und der Baumarktkette toom erste Mehrwegpaletten in die Anwendung zu bringen. Jedoch steckt diese Initiative noch in den Anfängen und es muss sich erst zeigen, wie ernst es der bundesweit größte Pflanzenerzeuger mit Abfallvermeidung und Ressourcenschutz meint.

Lediglich einige Pflanzengroßmärkte sowie kleinere Erzeuger und -händler setzen bislang in größerem Umfang Mehrwegpaletten ein. " Vom Grundsatz her wäre ein branchenweites Mehrwegsystem die beste Lösung, das unabhängig vom Lieferanten ist und von allen Marktteilnehmern gleichermaßen genutzt werden kann. Bei wiederverwendbaren Transportboxen für Schnittblumen ist dies schon seit vielen Jahren der Fall. Der Austausch von herkömmlichen Einwegtrays durch Einwegpaletten aus anderen Materialien, wie Biokunststoff oder Recyclingmaterial, ist der falsche Weg, denn es fällt dadurch kein Gramm weniger Abfall an ", sagt Fischer.

Allein aus den Niederlanden werden beim Transport von Pflanzen jede Woche Einweg-Plastikpaletten mit einem Gesamtgewicht von 200.000 Kilogramm nach Deutschland gefahren und fallen hierzulande als Abfall an. Ein Umdenken der Super-, Bau- und Pflanzenmärkte in Deutschland würde auch bei den Produzenten in den Niederlanden zu einem verstärkten Einsatz von Mehrwegverpackungen führen, denn die Nachfrage bestimmt was geliefert wird.

Neben ökologischen Gründen lohnt es sich für den Handel auch aus wirtschaftlicher Perspektive, auf Mehrweg-Transportverpackungen zu setzen: Deren Einsatz ist deutlich günstiger als der ständige Neukauf von Einwegverpackungen.

Link:

DUH-Projektseite zu Plastikmüll im Pflanzenhandel: https://www.duh.de/projekte/pflanzenhandel/

Zusammenfassung der DUH-Umfrage unter Pflanzenhändlern: http://l.duh.de/p200612

Pressekontakt:

Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923, metz@duh.de

Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft
030 2400867-43, 0151 18256692, fischer@duh.de

DUH-Pressestelle:

Marlen Bachmann, Thomas Grafe
030 2400867-20, presse@duh.de http://www.duh.de,
http://www.twitter.com/umwelthilfe, http://www.facebook.com/umwelthilfe,
http://www.instagram.com/umwelthilfe

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/22521/4621547
OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V.

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Selbstmedikation als Teil der Daseinsvorsorge (FOTO) Widerspruch bei EUIPO
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 12.06.2020 - 10:04 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1822847
Anzahl Zeichen: 5659

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Handel



Diese Pressemitteilung wurde bisher 400 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Pflanzenhandel alles andere als grün: Umfrage der Deutschen Umwelthilfe bei mehr als 100 Händlern offenbart großes Plastikmüllproblem"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Deutsche Umwelthilfe e.V. (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Fehler im Gesetzgebungsverfahren beim Gebäudemodernisierungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe fordert Veto des Bundespräsidenten ...
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) nicht ordnungsgemäß verabschiedet worden: Nach juristischer Bewertung enthält die Gesetzesänderung Regelungen, die der Zustimmung des Bundesrates bedurft hätten. Nach der Rechtsprechung des Bundesve

Hochwasser-Check 2026 der Deutschen Umwelthilfe: Ein Viertel aller Landkreise hat hohen Hochwasser-Risikograd ...
- Karten und Berechnungen zeigen potenziell betroffene Fläche und gefährdete Adressen für alle 400 Landkreise und kreisfreien Städte - Hohes Risiko für schwere Schäden bei Jahrhunderthochwasser: Hochwasser-Risikograd auf Landkreisebene zeigt deutlichen Handlungsdruck im gesamten Bundesgebi

Pressezitat: Fast drei Viertel der Biogasanlagen in Deutschland mit erheblichen Mängeln: Deutsche Umwelthilfe warnt vor klimaschädlichen Methan-Lecks und Behördenversagen ...
Ein Bericht der Kommission für Anlagensicherheit (KAS) zeigt, dass Sicherheits- und Umweltstandards für Biogasanlagen vielerorts nicht eingehalten werden: Rund 71 Prozent der überprüften Anlagen weisen erhebliche Mängel auf. Dazu zählen undichte Gassysteme, fehlende oder überfällige Dichthei


Weitere Mitteilungen von Deutsche Umwelthilfe e.V.


UPFIELD kündigt Investition von 50 Mio. EUR in die Zukunft pflanzenbasierter Lebensmittel an ...
- Upfield, führender Hersteller von pflanzlichen Margarinen, Brotaufstrichen und Käsen, hat seine Absicht bekanntgegeben, ein topmodernes neues Upfield Food Science Centre im niederländischen Wageningen zu eröffnen. - Mit der Ankündigung beweist Upfield deutlich die stetige Verpflichtung des U

The Refill Revolution: Kao präsentiert seine Innovationen zur Reduzierung von Plastik in exklusiver Filmreihe von Cosmetics Europe und BBC StoryWorks ...
Der japanische Konsumgüterhersteller Kao ist Partner der Filmreihe "Essentials For Daily Life" von Cosmetics Europe und BBC StoryWorks. Die Reihe zeigt, welchen Beitrag die Kosmetikbranche dazu leistet, das Leben der Menschen durch ihre Produkte zu verbessern und die Umwelt zu schützen.

AGENDA 2021: VivaTech nächstes Jahr am 17., 18. und 19. Juni mit noch mehr Power wieder in Paris ...
Nachdem die Messe 2020 wegen der COVID-19-Krise abgesagt werden musste, arbeiten die Teams bereits aktiv an den Vorbereitungen für 2021 Viva Technology bestätigt, dass die VivaTech 2021 wieder stattfinden wird: in Paris, Porte de Versailles, Halle 1 und 2, und im Dôme de Paris. Die größte Star

Das gesündeste Lebensmittel der Welt: VEGISAN entwickelt erste verzehrfertige Vollkost zum Abnehmen ...
Einfach leichter leben - Diesem Motto hat sich VEGISAN als Hersteller kalorienarmer Komplettnahrung verschrieben und mit den LEANFOOD TABS eine Ernährungsinnovation auf den Markt gebracht. Das Besondere daran: Bei der Hälfte der Kalorien ist eine vollständige Nährstoffversorgung auf natürlicher


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z