EEG 2021 muss Klimaschutz mit Biomethan ermöglichen

EEG 2021 muss Klimaschutz mit Biomethan ermöglichen

ID: 1846244

Biogasrat+ fordert grundlegende Verbesserungen für die Bioenergieerzeugung im EEG



biogasratbiogasrat

(firmenpresse) - Berlin, 23.09.2020. „Mit dem heutigen Kabinettsbeschluss hat die Bundesregierung leichtfertig die große Chance vertan, der Bioenergieerzeugung in Deutschland eine verlässliche und wirtschaftliche Perspektive zu geben“, so das Fazit von Janet Hochi, Geschäftsführerin des Biogasrat+ e. V.

Alle Ausschreibungsrunden für Biomasse seit 2017 hätten klar gezeigt, dass die geltenden Gebotshöchstwerte zu niedrig sind und damit die Teilnahme insbesondere moderner Biomasse-Neuanlagen wirtschaftlich nicht darstellbar sei. Deshalb fordert der Biogasrat+ e. V., die Gebotshöchstwerte für Neu- und Bestandsanlagen im EEG 2021 einheitlich auf 17,50 Ct/kWh anzuheben und die seit 2018 geltende Degression auszusetzen. Damit die für den Klimaschutz wichtigen Treibhausgasreduzierungspotenziale von Biogas und Biomethan nicht verloren gehen und das im Klimaschutzprogramm 2030 vorgesehene Ziel von 65 Prozent erneuerbarer Energien in der Stromerzeugung bis 2030 erreicht werden kann, müsse das Ausschreibungsvolumen für Biomasse auf mindestens 800 MW/a erhöht werden.

Sonderausschreibungen für Biomethan-BHKW wirtschaftlich ausgestalten

Grundsätzlich positiv bewertet Hochi die im Gesetzentwurf vorgesehene die Einführung eines neuen Ausschreibungssegments für hochflexible Biomethan-BHKW, um die die Netz- und Marktintegration erneuerbarer Energien zu verbessern. „Die aktuelle Ausgestaltung der Sonderausschreibung ist gegenüber dem Referentenentwurf ein Fortschritt, so wurde das Ausschreibungsvolumen pro Jahr auf 150 MW angehoben und der Gebotshöchstwert auf 19,0 Ct/kWh festgelegt.“ Gleichwohl sei es mit der Degression von 1 Prozent ab 2022 sowie der Begrenzung der Bemessungsleistung der Anlage v. 15 Prozent des Wertes der installierten Leistung nach wie vor schwierig, neue Biomethan-BHKW wirtschaftlich zu realisieren. Hier bestehe weiterer Handlungsbedarf im parlamentarischen Verfahren.

Darüber hinaus lehnt der Biogasrat+ e.V. die im Referentenentwurf vorgesehene Regelung zur Einführung einer „Südquote“ im Ausschreibungsverfahren für Biomethan ausdrücklich ab. „Wenn 50 Prozent des Zuschlagvolumens bevorzugt in südliche Landkreise gehen soll und diese auch bei Nichterreichung nicht auf die übrigen Standorte in Deutschland insbesondere im Norden übertragbar sind, handelt es sich dabei um eine Wettbewerbsverzerrung und verfassungsrechtlich fragwürdige Diskriminierung bestehender und neuer Biomasseanlagen im Norden Deutschlands“, so Hochi. „Wir brauchen alle Anlagen zur Erzeugung klimafreundlicher Bioenergie, um unsere ehrgeizigen Klimaschutzziele zu erreichen.“



Biomethan steht für Versorgungsicherheit und Flexibilität

Mit der Aufbereitung von Biogas zu Biomethan und der Einspeisung des grünen Gases in das mehr als 500.000 Kilometer umfassende Gasnetz steht ein gesicherter, flexibler und saisonal speicherbarer Energieträger zum Einsatz in allen Verbrauchssektoren zur Verfügung. Damit kann Biomethan eine Schlüsselfunktion in der klimafreundlichen, nachhaltigen Energieversorgung der Zukunft übernehmen. „Biomethan ist das ideale Backup für die volatile Erzeugung erneuerbarer Energien aus Sonne und Wind und wird nach dem Kohleausstieg noch wichtiger zur Deckung der Residuallast werden“, betont Hochi. Kritisch sieht der Verband daher auch die weitere Begrenzung der Einsatzstoffe zur Biogas- und Biomethanerzeugung. „Die im EEG 2021 vorgesehene pauschale Einschränkung des Einsatzes von Mais und Getreidekorn auf 44 Masseprozent in einem schränkt den Handlungsspielraum der Branchenakteure pauschal ohne Würdigung der regionalen Gegebenheiten massiv ein und verhindert, dass zusätzliche Kostensenkungspotenziale gehoben werden können.“, erklärt Hochi mit Verweis auf Prognosen der Bundesregierung, nach denen die Potenziale für den nachhaltigen Anbau von nachwachsenden Rohstoffen für die Bioenergieerzeugung bei Weitem nicht ausgeschöpft sind. „Das EEG 2021 darf den Beitrag von Biogas und Biomethan für die Erreichung der Klimaziele nicht weiter ausbremsen“, appelliert Hochi an die Mitglieder des Deutschen Bundestages, die in den nächsten Wochen über den Gesetzentwurf beraten werden und damit die Weichenstellung für eine nachhaltige, CO2-arme Energieversorgung in der Hand haben.

Die detaillierte Stellungnahme zum Referentenentwurf EEG 2021 finden Sie hier:
https://www.biogasrat.de/2020/09/23/stellungnahme-zum-eeg-referentenentwurf-des-bmwi/

Kurzinformation Biogasrat+ e.V.
Der Biogasrat+ ist der Verband für dezentrale Energieversorgung und vertritt bundes- und europaweit die Interessen der führenden Marktteilnehmer. Dabei steht die Markt- und Systemintegration der erneuerbaren Energien entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Vordergrund. Biogas/Biomethan kann im Strom-, Wärme- und Kraftstoffmarkt wesentlich dazu beitragen, die ökologischen Zielvorgaben der Politik zu erfüllen, ohne dabei unnötige Kosten für die Allgemeinheit zu verursachen. Aus diesem Grund setzt sich der Verband für einen stärkeren Einsatz von Biomethan in allen Nutzungspfaden ein, indem die rechtlichen Rahmenbedingungen optimiert und dadurch eine nachhaltige Entwicklung des Marktes sichergestellt wird.

Pressekontakt:
Dr. Karin Retzlaff
karin.retzlaff@biogasrat.de
Tel.: +49 30 206 218 100
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:

Kurzinformation Biogasrat+ e.V.
Der Biogasrat+ ist der Verband für dezentrale Energieversorgung und vertritt bundes- und europaweit die Interessen der führenden Marktteilnehmer. Dabei steht die Markt- und Systemintegration der erneuerbaren Energien entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Vordergrund. Biogas/Biomethan kann im Strom-, Wärme- und Kraftstoffmarkt wesentlich dazu beitragen, die ökologischen Zielvorgaben der Politik zu erfüllen, ohne dabei unnötige Kosten für die Allgemeinheit zu verursachen. Aus diesem Grund setzt sich der Verband für einen stärkeren Einsatz von Biomethan in allen Nutzungspfaden ein, indem die rechtlichen Rahmenbedingungen optimiert und dadurch eine nachhaltige Entwicklung des Marktes sichergestellt wird.



PresseKontakt / Agentur:

Pressekontakt:
Biogasrat+ e. V.
Mittelstr. 55
10117 Berlin
Dr. Karin Retzlaff
karin.retzlaff(at)biogasrat.de
Tel.: +49 30 206 218 100



drucken  als PDF  GEG: erster Schritt zur klimafreundlichen Gebäudewärme mit Biomethan Entwürfe des Bundesumweltministeriums zur Umsetzung der RED II und Treibhausgasreduzierung im Verkehr enttäuschen
Bereitgestellt von Benutzer: BGR-Berlin
Datum: 23.09.2020 - 16:38 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1846244
Anzahl Zeichen: 5465

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Dr. Karin Retzlaff
Stadt:

Berlin


Telefon: +49 30 206 218 100

Kategorie:

Bioenergie


Meldungsart: bitte
Versandart: Veröffentlichung

Diese Pressemitteilung wurde bisher 1381 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"EEG 2021 muss Klimaschutz mit Biomethan ermöglichen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Biogasrat+ e. V. (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Licht und Schatten – Bilanz der Biomethanbranche nach dem ersten Regierungsjahr ...
Berlin, den 06.05.2026. Die Bilanz nach einem Jahr schwarz-roter Bundesregierung zeigt Licht und Schatten. Die erfreulich positiven Signale zur Stärkung der Bioenergie aus dem Koalitionsvertrag drohen im Klein-Klein des politischen Alltags unterzugehen. Die Bioenergiebranche blickt zunehmend kritis

Potenziale von Biomethan als Sicherheitsenergie heben, Investitionsbremsen lösen, Planungssicherheit schaffen! ...
Berlin, den 23.04.2026. Am heutigen Donnerstag berät der Deutsche Bundestag in erster Lesung über den Gesetzentwurf zur Umsetzung des Europäischen Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpakets. Ziel des europäischen Gasbinnenmarktpaketes ist es, die europäischen Gasnetze mit erneuerbarem Biomethan und

Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote bleibt weit hinter energie- und klimapolitischen Notwendigkeiten im Verkehrssektor zurück und diskriminiert fortschrittliche Biokraftstoff ...
Berlin, den 22.04.2026. Neben der Erreichung der übergeordneten politischen Zielsetzungen wie Klimaschutz durch die Senkung klimaschädlicher Treibhausgasemissionen, Energieversorgungssicherheit und Energiesouveränität, ist es auch die Aufgabe des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Treibhausgasmi


Weitere Mitteilungen von Biogasrat+ e. V.


GEG: erster Schritt zur klimafreundlichen Gebäudewärme mit Biomethan ...
Statement von Janet Hochi, Geschäftsführerin des Biogasrat+ e.V. anlässlich der heute im Wirtschaftsausschuss des Bundestages beschlossenen Änderungen zum Gebäudeenergiegesetz Berlin, 17.06.2020. „Wir begrüßen den heute vom Wirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestages beschlossenen Ã

Kohleausstiegsgesetz muss Weg für erneuerbare Energien bereiten ...
Berlin, 25.05.2020. Wir appellieren heute erneut an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, die Erreichung der Klimaschutzziele beherzt und mutig anzugehen und die schwerwiegende Diskriminierung gasförmiger erneuerbarer Energieträger wie Biomethan und Biogas im Kohleausstiegsgesetz zu beenden.

Biogasrat+ fordert technologieneutrale Unterstützung für grüne Mobilität im Verkehrssektor ...
„Der Verkehrssektor ist mit Blick auf den Klimaschutz nach wie vor das Sorgenkind und konnte bislang keinen wirklichen Beitrag zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgasemissionen leisten. Wenn heute also über mögliche Hilfen für die Automobilindustrie diskutiert wird, dann müssen alle Te

Ergebnisse der ersten Ausschreibung für Biomasse in 2020 enttäuschen erneut – EEG-Novelle 2020 muss Perspektive für Bioenergie schaffen ...
Berlin, 29.04.2020 Die Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunde in 2020 zeigen erneut, dass wir dringend eine Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Biomasse im geplanten EEG 2020 brauchen. Zum aktuellen Gebotstermin wurde ein Volumen von 167.770 kW ausgeschrieben, bezuschlagt wurden abe


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z