Greenpeace-Recherche: VW täuscht Klimaschutz bei neuer ID-Reihe nur vor CO2-Kompensation durch indonesisches Waldprojekt ohne Wirkung
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Volkswagen gibt vor, "unvermeidbare" CO2-Emissionen aus der Produktion seiner ID-Reihe über den Kauf von Zertifikaten auszugleichen. Das einzige bislang bekannte Kompensationsprojekt, Katingan Mentaya auf Borneo, erzielt jedoch nach Greenpeace-Recherchen keinerlei zusätzliche CO2-Einsparung, durch die VW eigene Emissionen ausgleichen könnte. Die angenommenen Bedrohungen für das 150.000 Hektar große Waldgebiet durch die Papierindustrie, die das Projekt abzuwenden vorgibt, entpuppen sich bei näherer Betrachtung allesamt als extrem unwahrscheinlich oder sogar ausgeschlossen. So entstehen die als mögliche Nutzung beschriebenen Akazienplantagen in der Region ganz überwiegend auf Mineralböden, während das Projektgebiet aus schwierig zu nutzenden Torfmoorböden besteht. Seit 2011 gilt zudem ein Moratorium, das Plantagen auf dem gesamten Projektgebiet dauerhaft untersagt. Entsprechend würde dieser Wald ohne das Projekt gleichviel CO2 speichern. "Klimaschäden lassen sich nicht kompensieren, schon gar nicht durch vermeintlichen Waldschutz", so Stephan. "Intakte Wälder sind wichtig für den Schutz des Klimas, doch das entbindet VW nicht der Verantwortung, seinen eigenen CO2-Ausstoß schnell zu senken."
Volkswagen zahlt für CO2-Kompensation nur Bruchteil der tatsächlichen Kosten
Volkswagen könnte weit mehr tun, um den CO2-Ausstoß der Produktion weiter zu senken. Allein durch den Bezug CO2-freien Stahls würde bei der Produktion jedes Autos gut eine Tonne CO2 weniger ausgestoßen. Doch die vermeintliche Kompensation kommt Volkswagen günstiger. Für die vermeintliche Kompensation einer Tonne CO2, zahlt VW in Indonesien zwischen 5 und 10 US-Dollar (4,25 - 8,50 Euro). Zum Vergleich: Das Umweltbundesamt kalkuliert die gesellschaftlichen Kosten für jede Tonne mit 180 Euro.
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Datum: 29.09.2020 - 06:00 Uhr
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