Krisenreaktionsfähigkeit des Versorgungssystems stärken / KZBV legt Papier "Corona-Pandemie: Lehren und Handlungsbedarfe aus der Perspektive der vertragszahnärztlichen Versorgung" vor
ID: 1851427
Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV: "Als wichtiger Bestandteil der ambulanten medizinischen Versorgung hat das zahnärztliche Versorgungssystem im bisherigen Verlauf der Pandemie seine Verlässlichkeit und Belastbarkeit unter Beweis gestellt. Die gewonnenen Erkenntnisse haben wir in ein Papier für die Bewältigung der aktuellen aber auch künftiger Krisensituationen eingebracht. Unser Ziel ist es, die Krisenreaktionsfähigkeit des vertragszahnärztlichen Versorgungssystems zu stärken und weiterzuentwickeln. Damit leisten wir unseren Beitrag zu einer nationalen Krisenbewältigungsstrategie."
Wichtigste Aufgabe sei es, die Sicherstellung der zahnärztlichen Versorgung der Bevölkerung unter Einhaltung höchster Hygienestandards und größtmöglicher Infektionsprophylaxe im Rahmen der Regelversorgung aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig müsse die Akutversorgung von infizierten, unter Quarantäne und unter Infektionsverdacht stehenden Patientinnen und Patienten in Schwerpunktpraxen und Behandlungszentren gesichert werden. Die dafür zwingend erforderliche Schutzausrüstung müsse bevorratet und zur Verfügung gestellt werden.
Der Sicherung der vorhandenen zahnärztlichen Versorgungsstrukturen während und über Krisenzeiten hinaus komme höchste Bedeutung zu. Als zentralen Handlungsbedarf in diesem Zusammenhang stellte Eßer die verzerrungsfreie Fortschreibung der Gesamtvergütung für die Jahre 2021 und 2022 heraus: "Pandemien oder andere nationale Katastrophensituationen bringen eine massive Verzerrung des Versorgungsgeschehens mit sich und sind in keiner Weise repräsentativ. Deshalb darf eine krisenbedingte Abnahme des Leistungsgeschehens, wie wir sie in dieser Pandemie erleben, nicht Grundlage für die Weiterentwicklung von Morbiditätsparametern, Kostenstrukturen oder Honoraren sein."
Obwohl es in der Lockdown-Phase, insbesondere in den Monaten April und Mai, zu erheblichen Einbrüchen im Leistungsgeschehen gekommen sei, habe die Politik über die zahnärztliche Versorgung keinen Schutzschirm aufgespannt, sondern lediglich eine Liquiditätshilfe mit 100-prozentiger Rückzahlungsverpflichtung bei Überzahlung zugestanden. Mit dieser nicht nachvollziehbaren Ungleichbehandlung gegenüber allen anderen Heilberufsangehörigen seien zahnärztliche Versorgungsstrukturen aufs Spiel gesetzt worden. Dies sei unverantwortlich und dürfe sich nicht wiederholen. Angesichts wieder steigender Infektionszahlen müsse erneut mit Einbrüchen im Versorgungsgeschehen gerechnet werden. Deshalb sollten in Anlehnung an die ärztliche Schutzschirmregelung auch für Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte Ausgleichszahlungen für Praxen ermöglicht werden, die besonders hart von pandemiebedingten Honorareinbrüchen betroffen sind.
"Ich appelliere an die Politik, im Rahmen der anstehenden Gesetzgebungsverfahren unsere Vorschläge aufzugreifen und dadurch einen weiteren Beitrag zur Krisensicherung des Gesundheitssystems zu leisten", sagte Eßer.
Das Papier "Corona-Pandemie: Lehren und Handlungsbedarfe aus der Perspektive der vertragszahnärztlichen Versorgung" kann auf der Website der KZBV (https://www.kzbv.de/corona-lehren-handlung) abgerufen werden.
Pressekontakt:
Kai Fortelka
Tel: 030 28 01 79 27
E-Mail: mailto:presse@kzbv.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/12264/4731305
OTS: Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung
Original-Content von: Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 12.10.2020 - 11:50 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1851427
Anzahl Zeichen: 3972
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Diese Pressemitteilung wurde bisher 528 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Krisenreaktionsfähigkeit des Versorgungssystems stärken / KZBV legt Papier "Corona-Pandemie: Lehren und Handlungsbedarfe aus der Perspektive der vertragszahnärztlichen Versorgung" vor"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Kassenzahn (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Welche gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten einer professionellen Zahnreinigung (PZR) - oder übernehmen diese unter Umständen sogar vollständig? Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat heute die Ergebnisse ihrer jährlichen Umfrage zu entsprechenden Leistungen
"Das Maß ist voll, Herr Minister!" / Letzte VV der endenden Amtsperiode des Vorstands der KZBV ...
Auf der letzten Vertreterversammlung der auslaufenden sechsjährigen Amtsperiode des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) zog dessen Vorsitzender Dr. Wolfgang Eßer eine kritische Bilanz der Gesundheitspolitik der Bundesregierung und stimmte die Zahnärzteschaft vor dem Hin
Partizipation bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen sieht anders aus! / MassiverÄrger der KZBV über geplante künftige Finanzierung von TI-Komponenten ...
Anlässlich der geplanten künftigen Finanzierung der Telematikinfrastruktur (TI) hat die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) massive Kritik an dem gänzlich unabgestimmten Vorgehen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) geübt. "Einmal mehr handelt das BMG in Sachen TI im A
Weitere Mitteilungen von Kassenzahn
Wie schmerzhaft ist das Einbringen eines Zahnimplantates? ...
Ludwigshafen, 12.10.2020 - Schmerzfreie Implantationen sind das Ziel der Praxis Prof. Dhom Auch in Deutschland werden zunehmend mehr Zahnimplantate gesetzt. Mittlerweile über eine Million pro Jahr. Viele Patienten allerdings, denen mit einem Implantat geholfen werden könnte, verzichten noch da
Schimmelpilz Alternaria - Grenzwerte für Lebensmittel fehlen. "Marktcheck" im SWR Fernsehen (VIDEO) ...
"Marktcheck" am Dienstag, 13. Oktober 2020, 20:15 bis 21 Uhr, im SWR Fernsehen, in der ARD Mediathek und auf Youtube / Moderation Hendrike Brenninkmeyer Die Gifte des Alternaria-Schimmelpilzes werden immer wieder in Lebensmitteln gefunden. Betroffen sind vor allem Tomatenprodukte und Sonn
Die Zukunft der Kinder im Auge behalten / Bis zum vierten Geburtstag sollten alle Kinder augenärztlich untersucht werden ...
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr - an dieser alten Volksweisheit ist einiges dran, wenn es um das Sehvermögen von Kindern geht. Denn das Sehvermögen entwickelt sich in den ersten Lebensjahren. Wenn hier etwas "schief" geht, kann das zu einer bleibenden Sehschwäche führe
Tropfen statt Spray: So schwillt Babys Nase wieder ab ...
Apothekenmagazin "Baby und Familie" gibt Tipps, wie Kinder gut durch die Erkältungszeit kommen Achtung vor Coronaviren - neben Rhinoviren sind sie im Herbst ein gängiger Auslöser von Erkältungen mit Schnupfen als Hauptsymptom . Dabei handelt es sich aber nicht um diese Sorte Coronavir




